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Berliner Feuerwehr schwer beschäftigt : Auto von "B.Z."-Journalist angezündet

Balkonbrände, Fahrzeugbrände, illegale Böllerei – schon in der Nacht zu Silvester waren Polizei und Feuerwehr bei vielen Einsätzen in der Stadt unterwegs.

Lisa Kim Nguyen
Die Feuerwehr im Einsatz. Symbolbild.
Die Feuerwehr im Einsatz. Symbolbild.Foto: Snapshot/Imago

Der Jahreswechsel ist eine der stressigsten Zeiten für Polizei und Feuerwehr. Doch schon in den Tagen davor ist meist viel zu tun – wie auch dieses Jahr wieder in der Nacht vor Silvester.

Zwischen Montagabend und Dienstagmorgen sei man zu insgesamt 41 Einsätzen ausgerückt, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Diese Zahl liege deutlich über dem Durchschnitt. So habe am frühen Morgen eine Wohnung in Neukölln in voller Ausdehnung gebrannt, mehrere Anwohner wurden in Sicherheit gebracht.

In der Steinmetzstraße etwa brannte gegen 21.30 ein Balkon, weil er von einer Feuerwerksrakete getroffen worden war, sagte ein Polizeisprecher. Sie gehört zum Schöneberger Steinmetzkiez, einer der drei Zonen, in der dieses Jahr Böller und Feuerwerk verboten sind. Wenn ein Balkon durch eine Rakete Feuer fängt, sei es beinah unmöglich, den Verantwortlichen ausfindig zu machen, solange kein Zeuge ihn dabei beobachtet hat und eindeutig identifizieren kann, sagt der Sprecher.

Einen weiteren Balkonbrand gab es schon am Montagmittag in Berlin-Kreuzberg – Kinder hatten einen Brand in der Gneisenaustraße 25 (gleich gegenüber der U-Bahnstation Gneisenaustraße) ausgelöst, weil sie „unsachgemäß mit Pyrotechnik“ hantiert haben, heißt es bei der Polizei.

Es sei in der Nacht auch zu Einsätzen aufgrund von Feuerwerkskörpern gekommen, hieß es, unter anderem am Neuköllner Hermannplatz. Hier habe es Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz gegeben.

Autobrände in Wedding, Treptow und Wilmersdorf

Auch Fahrzeuge brannten in der Nacht auf den 31.12. Etwa in Reinickendorf. Hier wurde in der Winterthurstraße ein Motorrad gelöscht. In Wedding brannte ein Auto in der Ungarnstraße. Verletzt wurde bei diesen Einsätzen niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, ein Brandkommissariat ermittelt. Zur jeweiligen Brandursache machte der Sprecher keine Angaben.

Auch in Treptow, in der Dahmestraße, wurde ein Auto angezündet – ein Transporter einer Postzustellfirma. Es gibt keine Hinweise auf ein politisches Motiv, aber es wird wegen Verdacht auf Brandstiftung ermittelt. Ein Zeuge hatte die Flammen gegen 2.20 Uhr bemerkt und Polizei und Feuerwehr gerufen.

In Wilmersdorf bemerkten Gäste einer Kneipe ein in Flammen stehendes Auto in der Wiesbadener Straße, das völlig zerstört wurde. Dabei handelt es sich um den Wagen eines "B.Z."-Journalisten. Der "B.Z"-Polizeireporter Axel Lier twitterte, dass es sich bereits um den zweiten Anschlag auf das Fahrzeug seines Kollegen handelt.

"Man kann über Meinungen streiten, sich nicht mögen, die B. Z. nicht lesen, was weiß ich", schreibt Lier. "Aber das hier ist der zweite, heimliche Anschlag auf den Wagen meines Kollegen. Ihr ändert dadurch nichts, Feiglinge!" Politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei mit, der Staatsschutz ermittelt. Bei dem Brand wurden zwei weitere Wagen in unmittelbarer Nähe beschädigt. In diesem Jahr brannten bereits mehr als 320 Autos. Während der Weihnachtsfeiertage brannten sechs Autos.

Die Einsatzkräfte in der Hauptstadt rechnen mit einer stressigen Arbeitsnacht zum Jahreswechsel. Die Feuerwehr wird mit 1460 Leuten in Berlin bereitstehen, die Polizei schickt rund 2000 zusätzliche Beamte auf die Straße. (mit dpa)