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Nach Schüssen auf Späti-Besitzer : Tatverdächtiger wegen versuchten Raubmordes festgenommen

Gegen den 27-Jährigen wurde ein Haftbefehl erlassen. Sein mutmaßlicher Komplize ist noch flüchtig.

Eine Funkstreife der Polizei.
Eine Funkstreife der Polizei.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Informationen zum Fall des angeschossenen Spätkauf-Besitzers aus der Charlottenburger Goethestraße sind derzeit widersprüchlicher. In der Nacht zum Mittwoch war der 35-Jährige kurz vor Mitternacht in seinem Laden durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Am Sonnabend teilten die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft mit, man habe einen der zwei Tatverdächtigen festgenommen. Es soll sich um einen deutschen Staatsbürger handeln. Gegen den 27-Jährigen wurde noch am Nachmittag Haftbefehl wegen versuchten Raubmordes erlassen. Er gilt als dringend tatverdächtig und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Was war der Hintergrund der Tat?

Zunächst hatte die Polizei nicht von einem Raub gesprochen, zudem war auch der polizeiliche Staatsschutz an den Ermittlungen beteiligt, was eine politische, religiöse oder terroristische Motivation der Tat impliziert. Am Sonnabend teilte eine Sprecherin der Polizei allerdings mit, es handelte sich um einen versuchten Raub, aber zumindest bei dem nun festgenommenen Täter sei kein politischer Hintergrund erkennbar. Die Ermittlungen gegen den zweiten flüchtigen Täter laufen jedoch noch, dieser könnte möglicherweise arabischstämmig sein.

Weil der Spätibesitzer während des Überfalls an einer Videokonferenz auf Facebook teilnahm, wurde der versuchte Mord live übertragen. Auf der Aufnahme des Videos ist zu hören, wie ein Mann auf arabisch „Drück jetzt ab“ ruft, woraufhin die Schüsse fielen.
Der 35-Jährige Besitzer ist ein aus Syrien stammender Kurde, der in seiner Heimat gegen Islamisten und die Zentralregierung vorgegangen sein soll. Kurden in Berlin fürchteten nun, es könne sich bei der Tat um einen Racheakt arabischer Militanter handeln. Bekannte des Opfers berichteten auch, arabische Männer hätten in der Vergangenheit versucht, ihn zu erpressen. Das zeigte der 35-Jährige bei der Polizei an. Ob es sich bei der Tat um versuchten Raub, eine politisch motivierte Tat oder doch einen Racheakt handelte, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Eine wichtige Rolle dabei dürfe dann auch spielen, mit wem der 27-jährige Schütze am Dienstag den Späti betrat.

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