Rassismus in Berlin : Staatsschutz ermittelt nach Beleidigungen und Angriffen

Laut Polizei wurden eine Venezuelanerin und ein Türke rassistisch beleidigt und angegriffen, gleich mehrere Personen wurden islamfeindlich beschimpft.

Symbolbild
SymbolbildFoto: dpa

Wiederholt sind am Sonnabend in Berlin Menschen auf offener Straße islamfeindlich und rassistisch beleidigt und angegriffen worden. In allen drei Fällen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, ist eine 53-jährige Venezuelanerin am Samstagvormittag in der Dahmestraße in Grünau beschimpft, geschlagen und bespuckt worden, zuerst von einem 60-Jährigen Mann, dann von einer 81-Jährigen Frau. Das gab die 53-Jährige auf einer Dienststelle an und erstatte Anzeige. Unklar ist, ob sie die Personen kannte.

In Mariendorf wurden am Samstagabend laut Polizei drei Frauen im Alter von 15, 17 und 34 an einer Bushaltestelle islamfeindlich beleidigt. Sie saßen an der Haltestelle am U-Bahnhof Mariendorf, wo ein Mann ihnen offenbar ein Handy vor das Gesicht hielt und sie davon ausgingen, er würde sie filmen. Daraufhin kam es zum Streit, zwei weitere Männer im Alter von 17 und 38 schalteten sich ein. Auch sie wurden laut Polizei von dem Mann beleidigt. Alarmierte Beamte nahmen die Personalien des Beschuldigten auf und stellten einen Alkoholwert von rund 1,1 Promille fest. Er wurde noch am Ort entlassen.

In Oberschöneweide wurde laut Polizei außerdem ein 42-Jähriger türkischer Staatsangehörigkeit fremdenfeindlich beleidigt. Er war nach eigenen Angaben gegen 1.15 Uhr auf der Wilhelminenhofstraße dabei, ein Rad an seinem Auto zu wechseln, als eine Frau mit deutscher Staatsangehörigkeit ihn beschimpft und ins Gesicht geschlagen haben soll. Mit einer Bierflasche soll sie zudem sein Auto beschädigt haben. Beamte griffen die 33-jährige mutmaßliche Angreiferin in der Firlstraße auf.

Immer wieder kommt es in Berlin zu rassistischen Beleidigungen und Angriffen. Mitte März wurde eine schwangere, ein Kopftuch tragende Muslim am Bahnhof Neukölln rassistisch beleidigt und in den Bauch geschlagen.

Laut jüngsten Zahlen von "ReachOut", der Opferberatungs- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, ist die Zahl der Angriffe in Berlin auf 309 gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 276 gemeldete Angriffe mit rassistischem oder antisemitischem Hintergrund sowie Taten gegen die sexuelle Orientierung, Obdachlose oder politische Gegner. (Tsp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar