Seehofer zur Kriminalstatistik : Berlin hat bundesweit die geringste Aufklärungsquote bei Straftaten

Nirgendwo in Deutschland wird ein geringerer Teil der Straftaten aufgeklärt als in der Hauptstadt. Innenminister Seehofer nimmt die Polizei trotzdem in Schutz.

Ein Wohnungseinbrecher. (Symbolbild)
Ein Wohnungseinbrecher. (Symbolbild)Foto: imago/Jochen Tack

Nirgendwo in Deutschland ist die Aufklärungsquote für Straftaten so niedrig wie in Berlin. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).

Demnach registrierte die Polizei im vergangenen Jahr bundesweit insgesamt 5,4 Millionen Straftaten. Das sind 2,1 Prozent weniger als 2018. Die Aufklärungsquote habe bei 56,2 Prozent gelegen, sagte Seehofer. In Berlin betrug sie lediglich 43,8 Prozent. Der CSU-Politiker betonte, die höchste Aufklärungsquote habe Bayern. Dort werden in 65 Prozent aller Kriminalfälle die Täter ermittelt.

Seehofer nahm allerdings die Hauptstadt ein wenig in Schutz. In Stadtstaaten gebe es „eine geringere soziale Kontrolle“. Der Minister deutete damit offenkundig an, dass in ländlichen Regionen, wo jeder jeden kennt, weniger Kriminelle aktiv sind als in vergleichsweise anonymen Metropolen.

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Ähnlich hatten sich bereits Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik eingelassen, als sie Anfang März die Kriminalstatistik für Berlin im Detail präsentiert hatten. Berlin sei wegen seiner Nähe zu Osteuropa, der vielen Touristen und der Größe noch einmal benachteiligt im Vergleich zu anderen deutschen Städten, sagte Slowik. Geisel ergänzte: „Berlin ist die einzige internationale Metropole in Deutschland.“ (Tsp)