Raser-Bilanz der Polizei : Die Zahl illegaler Autorennen in Berlin steigt deutlich

Die Polizei hat 2019 fast ein Drittel mehr verbotener Autorennen registriert als 2018. Besonders stark stiegt die Zahl der Einzelraser.

Die Unfallstelle auf der Tauentzienstraße. Die zwei "Ku'Damm-Raser" wurden im vergangenen Jahr wegen Mordes verurteilt.
Die Unfallstelle auf der Tauentzienstraße. Die zwei "Ku'Damm-Raser" wurden im vergangenen Jahr wegen Mordes verurteilt.Foto: Britta Pedersen/dpa

Die illegale Raserei in Berlin nimmt zu. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf die Anfrage des Berliner CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervor. 2019 stieg die Zahl polizeilich erfasster verbotener Autorennen auf 360 an - 2018 waren es noch 279, eine Zunahme von knapp 30 Prozent. Die illegalen Rennen, an denen mindestens zwei Personen beteiligt waren, stieg von 101 auf 107.

Einen starken Anstieg gab es bei den sogenannten Einzelrennen, von 148 im Jahr 2018 auf 253 in 2019. Ebenfalls gestiegen ist Anzahl beschlagnahmter Führerscheine: von 130 auf 197.

Die Zahl der getöteten Menschen ging dagegen zurück: 2018 waren es noch zwei, 2019 kam dabei niemand ums Leben.

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Illegale Autorennen beschäftigen die Polizei seit Jahren. Berlins Innensenator kündigte im vergangenen Jahr an, hart durchzugreifen. „Wenn das Auto zur Waffe wird, muss der Staat einschreiten und die Bedrohung von der Straße holen“, sagte Geisel. Anlass war das Urteil gegen die sogenannten „Ku'damm-Raser“, Hamdi H. und Marvin N. Sie wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sie hatten sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 auf dem Kurfürstendamm ein illegales Autorennen geliefert.

Schärferes Strafen für Raserei

Dabei kam es zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein 69-jähriger unbeteiligter Mann ums Leben kam. Bei Grün fuhr er auf die Kreuzung, auf der sich die beiden Sportwagenfahrer ihr rennen lieferten. Das Auto von Hamdi H. rammte dabei in die Fahrerseite des Wagens, der etwas 70 Meter geschleudert wurde. Michael W. starb in seinem Wagen. Gegen das Urteil hatte einer der Männer Revision eingelegt.

Etwa ein Jahr nach der Tat, im September 2017, billigte der Bundesrat, das illegale Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftet wertet. Rasern drohen so bis zu zwei Jahre ab. Kommen Menschen durch ein illegales Rennen ums Leben, drohen bis zu zehn Jahre Haft.

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