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Unterstützter:innen des Wagenplatzes demonstrierten Anfang Juni vor dem Amtsgericht gegen das Räumungsurteil.
© Christoph Soeder/dpa

Linkes Wohnprojekt in Berlin: Räumungstermin für Köpi-Wagenplatz steht fest

Am 15. Oktober will die Eigentümerin die Wagenburg in Mitte räumen lassen. Bewohner und Unterstützerinnen kündigen Protestaktionen an. 

Seit Anfang Juni gibt es einen vollstreckbaren Räumungstitel und nun auch einen Termin: Am 15. Oktober um 10 Uhr will der Gerichtsvollzieher das Grundstück des Köpi-Wagenplatzes in der Köpenicker Straße 133-136 in Berlin-Mitte übernehmen. Die Bewohner:innen wollen freiwillig nicht weichen – was einen größeren Polizeieinsatz bei der Räumung zur Folge haben dürfte.

Seit fast 30 Jahren befindet sich der Wagenplatz auf dem Nachbargrundstück des international bekannten linken Wohnprojektes Köpi. Nun will die Eigentümerin, die Startezia GmbH, auf dem Gelände laut eigener Aussage Wohnungen errichten.

Eine entsprechende Bauerlaubnis läuft Ende November dieses Jahres ab. Die Bewohner:innen des Wagenplatzes bezweifeln allerdings, dass die Startezia tatsächlich bauen will und vermuten, dass das Grundstück leer verkauft werden soll.

Die Bewohner:innen haben nach eigenen Angaben Berufung gegen das Räumungsurteil vom 10. Juni eingelegt. Für die entsprechende Verhandlung gibt es noch keinen Termin. Das Urteil ist allerdings vorläufig vollstreckbar – was die die Startezia nun umsetzen will.

„Dieses Urteil ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass in diesem System kein Platz für alternatives Wohnen, wohl aber für die Akkumulierung von Kapital und Spekulation ist“, heißt es in einer Mitteilung der Köpi-Bewohner:innen.

Bezirkspolitik setzt sich für Kauf durch Landesfirma ein

Die Bewohner:innen hatten bislang auf eine politische Lösung gehofft. So hatten die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte sowie der zuständige Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sich unter anderem für den Kauf des Grundstücks durch eine landeseigene Wohnungsgesellschaft eingesetzt. Dazu kam es aber bislang nicht.

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Bereits im Vorfeld der Räumung rufen die Bewohner:innen zu „dezentralen Aktionen“ aus dem autonomen Spektrum auf. „So wie wir der Aufforderung zur Räumung im Oktober und April nicht nachgekommen sind, werden wir auch den Räumungstermin nicht widerstandslos hinnehmen“, heißt es in der Mitteilung. Bereits am 2. Oktober soll es unter dem Motto „Defend Köpi Wagenplatz“ eine Demonstration und „weitere Aktionen“ geben.

In Zusammenhang mit Räumungen linker Szeneobjekte war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu (Brand-)Anschlägen auf Autos gekommen, zum Teil auch auf die S-Bahn. 

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