• Rechtsextremer Angriff vor 23 Jahren: Viele Leser spenden für Neonazi-Opfer Orazio Giamblanco

Rechtsextremer Angriff vor 23 Jahren : Viele Leser spenden für Neonazi-Opfer Orazio Giamblanco

Im September 1996 greift ein Skinhead Orazio Giamblanco mit einer Baseballkeule an. Der heute 78-Jährige überlebt knapp und ist seither schwer behindert.

Orazio Giamblanco in Bielefeld.
Orazio Giamblanco in Bielefeld.Foto: Frank Jansen

Die Hilfsbereitschaft ist grandios. Leserinnen und Leser des Tagesspiegels spenden auch in diesem Jahr wieder zahlreich für Orazio Giamblanco, der seit einem rechtsextremen Angriff vor 23 Jahren schwer behindert ist. Beim Potsdamer Verein Opferperspektive und bei der Stadt Trebbin sind bereits 14.824 Euro eingegangen.

Der Tagesspiegel hatte am 30. November über das Schicksal des Italieners, seiner Lebensgefährtin Angelica Stavropolou und ihrer Tochter Efthimia Berdes berichtet. Schon kurz vor der Reportage waren die ersten Spenden eingegangen, da einige Leserinnen und Leser den jährlichen Bericht erwarteten.

Am 30. September 1996 hatte ein Skinhead im brandenburgischen Trebbin seine Baseballkeule gegen Giamblancos Kopf geschlagen. Der heute 78-jährige Italiener überlebte knapp. Er leidet unter spastischer Lähmung, kann nur mühsam sprechen. Die beiden Frauen pflegen ihn, sind selbst mit ihrer Kraft fast am Ende.

Angelica Stavropolou ist 68 Jahre alt, kämpft mit Depressionen und Bluthochdruck. Die 45-jährige Tochter Efthimia erkrankte 2013 ebenfalls an Depressionen. Dennoch kümmern sich beide Frauen unermüdlich um ihren Orazio.

Alle drei hoffen, dass sie 2020 wieder in seine alte Heimat Sizilien reisen können. Das war in diesem Jahr nicht möglich, Giamblanco bekam vor dem Flug nach Catania eine Panikattacke. Die drei befürchteten weitere Angststörungen und verzichteten auf die Reise.

Die Spendenaktion geht weiter. Das Geld geht ohne Abzüge direkt an Orazio Giamblanco und die beiden Frauen. Wer die drei unterstützen möchte, kann hier einzahlen: Verein Opferperspektive, Bank für Sozialwirtschaft, Kontonummer 3813100, Stichwort „Orazio“, IBAN: DE34100 20500 00038 13100, BIC: BFSWDE33BER. Wer eine Quittung möchte, nennt bitte auf der Überweisung die Anschrift. Der Verein wird im kommenden Februar die Quittungen senden.

Spenden nimmt auch die Stadt Trebbin entgegen: Mittelbrandenburgische Sparkasse, „Spende für Orazio Giamblanco“, IBAN: DE24160 50000 36470 21740, BIC: WELADED1PMB. Quittungen gibt es über das Rathaus, Telefon (033731) 8420.

Der Tagesspiegel, der Verein Opferperspektive und die Stadt Trebbin bedanken sich herzlich bei allen Leserinnen und Lesern, die Orazio Giamblanco, Angelica Stavropolou und Efthimia Berdes unterstützen.

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