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Kennt man ja: So sah einst der Corona-Abstrich aus.

© picture alliance/dpa

Tagesspiegel Plus

Sascha Lobo spendet für Berliner Klinik-Team: „Unsere Corona-Ambulanz geht auf Stand-By bis Herbst“

Das Krankenhaus Havelhöhe in Berlin-Kladow hatte viel zu tun: 65.000 Patienten wurden hier geimpft. Jetzt gab es eine große Spende - für ein Fest. Hier Details, Rückblick und Ausblick.

Im Berliner Krankenhaus Havelhöhe gab’s eine Party. Mit Live-Bands, Champagner, leckerem Essen – und Dankesworten. Danke für die letzten 18 Monate, für Überstunden, Engagement, Schweiß und gute Laune. Die Corona-Ambulanz um Malik Böttcher, 46, hatte an diesem September-Abend das Personal eingeladen. Warum?

Sascha Lobo, Autor, spendete den Medizinern in Kladow viel Geld, damit die einmal eine Sause veranstalten konnten.

© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Eine Spende in Höhe von 10.000 Euro war zuvor für die Jung-Mediziner aus Spandau eingegangen, die gegen die Corona-Plage angekämpft haben. Das Geld kam von Autor Sascha Lobo, erzählte Malik Böttcher dem Tagesspiegel-Newsletter für Spandau, „und die Spende war zweckgebunden für so ein Fest“.

Die Party fand in Haus 16 statt. Das liegt versteckt im Wald am Havelufer: Dort befindet sich Spandaus Corona-Ambulanz No1, die lange die erste Anlaufstelle war für viele der 250.000 Menschen in Berlin-Spandau. Chef der Ambulanz ist Malik Böttcher, Allgemeinmediziner aus Schöneberg, humorig-unkomplizierter Typ im weißen Kittel.

Leiter der Corona-Ambulanz: Malik Böttcher.

© privat

„Seit 3. September ist unsere Ambulanz auf Stand-by“, berichtet der Mediziner dem Tagesspiegel. „Ich gehe allerdings davon aus, dass wir die Corona-Ambulanz ab Mitte Oktober wieder in Betrieb nehmen. 18 Monate waren wir geöffnet, seit März 2020 – erinnern Sie sich? Das waren schlimme Zeiten zu Beginn“, erzählte mir Böttcher in seiner ganz persönlichen Corona-Bilanz.

Ich kümmerte mich um die 17. Patientin in der Stadt. Damals gingen wir mit Raumanzug in die Wohnung. Sie hatte ein Krankheitsbild, das ich nicht kannte.

Malik Böttcher, Corona-Fachmann

„Ich erinnere mich noch an ‚Patientin Nr. 17‘ in Berlin. Ich habe mich um die Frau gekümmert, sie hatte ein Krankheitsbild, das ich so noch nie in meinem Arztleben gesehen habe. Wir sind damals noch mit Raumanzug und Feuerwehr in die Wohnung gegangen. Wir mussten uns was einfallen lassen: Also haben wir die Coronaambulanz in Havelhöhe gegründet.“

65.000 Patienten haben hier in Havelhöhe ihre Impfung erhalten

„65.000 Patienten haben dort ihre Impfung erhalten, alle in Haus 16 in Havelhöhe“, sagt Böttcher. „Wir hatten ein relativ kleines Team mit 12 Leuten, waren aber super effizient. Wir hatten sogar mal 1400 Impfungen an nur einem Tag! “

Hier das alte Haus Nr. 16 im Wald, das nach der Corona-Krise wieder anderweitig auf dem Krankenhaus-Gelände genutzt werden soll.

© André Görke

Diese Lagekarte hing überall am Krankenhaus - hinten links am Fluss: Haus 16.

© André Görke

„Im Laufe des Jahres hat sich die Lage verändert: Die Zahlen gingen zurück und vor allem konnten die Arztpraxen in den Kiezen und Ortsteilen selbst impfen und testen. Also haben wir die große, zentrale Ambulanz ab Mai langsam runtergefahren.“

Ab Herbst rechnet er wieder mit der Inbetriebnahme

Sein Ausblick? „Die Last der Praxen wird im Herbst wieder zunehmen, und dann brauchen Corona-Positive mit Symptomen schnell Hilfe und dürfen nicht alleine zurückgelassen werden. So eine normale Arztpraxis kommt schnell ans Limit, wenn es sehr viele Patienten sind – ich kenne das, ich habe selbst eine Praxis. Und dann kommen wir in Havelhöhe mit unserer Kapazität ins Spiel und können uns um diese Verdachtspersonen kümmern.“

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