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„Kein Zutritt“: der gesperrte S-Bahnhof Mexikoplatz.

© dpa/Sebastian Gollnow

Update

Drei Tage länger Ferien wegen Stromausfall: 17 Schulen und alle betroffenen Kitas im Berliner Südwesten geschlossen

Der Stromausfall fordert Familien heraus. Viele Eltern müssen sich bis Mittwoch um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Für Schüler gibt es eine Notbetreuung. Eine gute Nachricht kommt aus Zehlendorf.

Stand:

Viele Schülerinnen und Schüler im Berliner Südwesten bekommen drei Tage länger Ferien: „Aus Gründen der Sicherheit und des ordnungsgemäßen Betriebs“ bleiben 16 Schulen nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung in Steglitz-Zehlendorf bis einschließlich Mittwoch, 7. Januar, geschlossen. Das teilte die Bildungsverwaltung am Sonntagnachmittag mit. Es handelt sich um zwölf staatliche und vier freie Schulen. Bei den staatlichen wird es eine Notbetreuung geben.

Außerdem teilte die Verwaltung mit, dass auch vom Stromausfall betroffene Kitas am Montag geschlossen bleiben. Hier werde es erst ab Dienstag eine Notbetreuung geben. Details dazu lagen zunächst nicht vor.

Zunächst waren 19 geschlossene Schulen gemeldet worden. Am Abend informierte die Schulverwaltung, dass die Käthe-Kruse-Grundschule am Montag doch normal geöffnet sein werde. Die Heizungsanlage funktioniere wieder, deswegen könne der Schulbetrieb weitergehen. Auch in der Louise-Schröder-Schule wird der Unterricht nun doch stattfinden, einem Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung.

Die Lage werde „fortlaufend“ bewertet, hieß es. „Zeitnah wird darüber informiert, wie der Schulbetrieb ab Mittwoch weitergeführt werden kann, sobald hierzu belastbare Informationen vorliegen.“

Zugleich machte die Senatsverwaltung deutlich, dass notgedrungen verlängerte Ferien für die betroffenen Familien eine erhebliche Belastung bedeuten. „Die Maßnahmen sind aus Gründen der Sicherheit unvermeidbar.“ Man arbeite „mit Hochdruck“ daran, „die Voraussetzungen für eine schnellstmögliche Rückkehr zum regulären Betrieb zu schaffen“.

Zehlendorfer Waldorfschule macht die „Rolle rückwärts“

Die Emil-Molt-Schule in der Zehlendorfer Claszeile, eine freie Waldorfschule, wird lediglich am Montag geschlossen sein. Noch am Sonntag hatte Geschäftsführer Mathias Klinger den Eltern mitgeteilt, dass Schule und Hort „in der kommenden Woche“ ausfallen müssten. Selbst wenn die Heizung wieder funktioniere, werde es nicht sofort wieder normalen Unterricht geben können. Es werde mindestens einen Tag dauern, um das Schulgebäude wieder benutzbar zu machen, da die Wände auskühlen.

Am Abend folgte die „Rolle rückwärts“, wie Klinger in einer erneuten Mail an die Eltern schrieb: Weil es in der Claszeile wieder Strom gibt, könnten schon ab Dienstag wieder normaler Unterricht und Hortbetreuung stattfinden. „Rolle rückwärts“ heißt es auch für die Schülerinnen und Schüler: Denn auch eine am Mittag bereits abgesagte Zirkuswoche werde es wie geplant geben – Proben schon ab Montag. Termine für das Aufnahmeverfahren für die Schule müssten ebenso wenig ausfallen.

„Die Unterstützungsangebote aus der Elternschaft waren eindrucksvoll“, sagte Klinger dem Tagesspiegel. So sei der Schule ein Generator angeboten worden.

Von den Schließungen seien „nach derzeitigem Stand“ folgende Schulen betroffen:

  • Süd-Grundschule
  • Johannes-Tews-Grundschule
  • Conrad-Grundschule
  • Schweizerhof-Grundschule
  • Dreilinden-Grundschule
  • Grundschule am Buschgraben
  • Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule (Grundschulstandort)
  • John-F.-Kennedy-Schule
  • Droste-Hülshoff-Gymnasium
  • Dreilinden-Gymnasium
  • Werner-von-Siemens-Gymnasium
  • Krankenhausschule (Standort Zehlendorf)
  • Johanna-Gerdes-Grundschule
  • Emil-Molt-Grundschule
  • Caroline v. Heydebrand-Schule
  • Phorms Berlin Süd (Grundschule/Gymnasium)
  • Internationale Montessorischule Berlin (Grundschule)

„Um Familien in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen“, werde für Schülerinnen und Schüler „mit dringendem Betreuungsbedarf“ eine Notbetreuung eingerichtet, hieß es weiter. Die Verwaltung nennt folgende Standorte:

  • Für die Süd-Grundschule: Friedrich-Drake-Grundschule.
  • Für die Johannes-Tews-Grundschule: Mühlenau-Grundschule.
  • Für die Conrad-Grundschule: Nord-Grundschule.
  • Für die Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule (Primarstufe) bietet die Schule selbst am Standort der Sekundarstufe eine Notbetreuung an.
  • Für die Dreilinden-Grundschule: Quentin-Blake-Grundschule.
  • Für die Schweizerhof-Grundschule: Athene-Grundschule.
  • Für die Grundschule am Buschgraben: Clemens-Brentano-Grundschule.
  • Für die John-F.-Kennedy-Schule (Primarstufe): Grundschule am Karpfenteich.
  • Für den Sekundarschulteil der John-F.-Kennedy-Schule: Hermann-Ehlers-Gymnasium.
  • Für das Dreilinden-Gymnasium: Schadow-Gymnasium.
  • Für das Werner-von-Siemens-Gymnasium: Lilienthal-Gymnasium.
  • Für das Droste-Hülshoff-Gymnasium: Willi-Graf-Gymnasium.

Nach Auskunft der Bildungsverwaltung sollen Eltern die Kinder, die nicht familiär betreut werden können, am Montag einfach zu den genannten Ausweichstandorten bringen. Kinder, die in anderen Berliner Bezirken andere Unterkunftsmöglichkeiten gefunden haben, können dort als Gastkinder aufgenommen werden. Eltern von freien Schulen müssen sich demzufolge bei den Einrichtungen selbst nach einer möglichen Notbetreuung erkundigen.

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