Zeitungs- und Schulprojekt "Umwelt macht Schule" : Klimaschonend Reisen, geht das?

Ein Schüler der Schöneberger Sophie-Scholl-Schule schreibt darüber, wie man Reisen und Klimaschutz vereinbaren kann.

David Schlenzka
Eine Familie auf Reisen (Symbolbild).
Eine Familie auf Reisen (Symbolbild).Foto: Matthias Balk/dpa

„Umwelt macht Schule“ ist ein Projekt im Auftrag des Bundesumweltministeriums, an dem Schülerinnen und Schüler aus 30 weiterführenden Schulen und 10 Tageszeitungen in ganz Deutschland teilnehmen. Umgesetzt wird das Projekt durch das IZOP-Institut in Aachen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Umweltthemen auseinander und schreiben darüber. Ihre Artikel erscheinen in ihrer Partnerzeitung. Auf der Lernenseite des Tagesspiegels und in der Onlineausgabe lesen Sie in den kommenden Wochen Texte der Sophie-Scholl-Schule, des Walther-Rathenau-Gymnasiums und des Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Den Anfang macht die Klasse 8.23 der Sophie-Scholl-Schule, betreut wurden die Jugendlichen von Inge Bruckmann, Tim Baumert und Florian Winkler.

Der Klimawandel ist im vollen Gang. Zu heiße Sommer, Stürme und Wetterunregelmäßigkeiten zeigen schon in Europa ihre Auswirkungen.

 Auch in den Familien wird das Thema viel diskutiert, wie zum Beispiel bei der Urlaubsplanung. Familie Bernd aus Berlin will in den Sommerferien von Berlin nach London reisen. Die Kinder waren auf der “Fridays-for-Future”- Demonstration und diskutieren am nächsten Abend zu Hause, wie sie am preisgünstigsten, schnellsten und klimaschonendsten reisen können.

Mutter Anne will mit dem Flugzeug nach London fliegen, weil es am billigsten und schnellsten ist. Außerdem könnte die Familie, so meint, sie bei “Atmosfair” den CO2-Fußabdruck kompensieren, indem sie Geld an Umweltprojekte spenden.

Ihre Kinder Wilhelm,  Dennis und Lisa sind trotzdem anderer Ansicht, da Fliegen am meisten CO2 ausstößt, man zum Ein- und Auschecken auch viel Zeit braucht und man höchstens sehr lange Strecken fliegen sollte. Wilhelm schlägt vor, mit dem Bus nach London zu fahren, da er weiß, dass es wenig CO2 pro Person ausstößt und dass eine Fahrt viel billiger ist.

Der Vater kritisiert den Bus, da er sehr langsam und unbequem ist. Also schlägt er vor mit dem Auto zu fahren, obwohl es anstrengend ist, wenn man selbst fahren muss und es auch viel CO2 verbraucht.

Vergleich von CO2-Ausstoß, Preisen und Fahrtdauer

Die letzte Alternative ist noch den Zug zu nehmen. Dennis findet den Zug bequem und er denkt, dass er wenig CO2 ausstößt. Dennis will die einzelnen Argumente genau im Internet recherchieren und findet Folgendes heraus:

Der Fernbus für alle 5 Personen stößt mit 25,4 kg am wenigsten CO2 aus. Der Zug mit einem CO2-Ausstoß von 39,2 kg hat einen um ein Drittel höheren Ausstoß. Nur ein wenig höher ist der Ausstoß von einem Auto, das mit 5 Personen besetzt ist.  Am höchsten, mit 232,4 kg, fast 10-mal so hoch wie der Fernbus, ist der CO2-Ausstoß beim Flugzeug.

Dennis vergleicht auch die Preise und die Fahrtdauer. Dabei stellt er fest, dass die Fahrt mit dem Bus fast einen ganzen Tag (22 Stunden) dauert, aber die Tickets für die ganze Familie nur 175 Euro kosten. Die Fahrt mit der Bahn dauert rund 10 Stunden und ist damit wesentlich kürzer, dafür ist der Preis mit rund 590 Euro (Sparpreis) recht teuer. Ähnlich lang dauert die Fahrt mit dem Auto. Ohne Pausen benötigt man nur 12 Stunden, der Preis für den Kraftstoff beträgt für die ganze Fahrt nur etwa 114 Euro und ist damit sehr günstig.

Am schnellsten ist der Flug nach London, er dauert nur knapp 2 Stunden, dazu kommt aber noch die Fahrt zum Flughafen und das Ein- und Auschecken, so dass mit ungefähr 5 Stunden gerechnet werden kann. Der Flug würde für alle 235 Euro kosten und wäre damit teurer als Bus oder Auto. Rechnet man noch die Flugkompensation-Kosten von insgesamt 25 Euro dazu, kostet das Fliegen schon 260 Euro.

Auch am Urlaubsort umweltfreundlich unterwegs

Darüber hinaus findet Dennis bei seiner Recherche noch Tipps zum klimaschonenden Reisen. So erfährt er, dass man vor Ort in London am besten emissionsfrei per Rad oder zu Fuß die Stadt erkunden sollte. Bei längeren Strecken sollten öffentliche Verkehrsmittel und nicht ein Taxi genutzt werden. Auch bei der Wahl der Unterkunft sollte die Familie auf Energiesparmaßnahmen achten, zum Beispiel darauf, ob das Hotel Ökostrom hat. Die Familie könnte auch auf die Ernährung achten und regionale sowie vegetarische Produkte kaufen.

Auf Grundlage der von Dennis gesammelten Informationen entscheidet sich die Familie für die Fahrt mit dem Zug, da er bequem ist, schneller als der Bus oder die Autofahrt und den zweitniedrigsten CO2-Ausstoß von allen Verkehrsmitteln hat. Der einzige Nachteil der Zugfahrt ist der höhere Preis. Die Mutter meint aber, dass dies nichts ausmache, da die Familie ja etwas für den Klimaschutz täte und da könne die Fahrt ja ruhig etwas teurer sein. Drei Wochen später fährt die Familie mit dem guten Gefühl, die Umwelt nicht viel belastet zu haben, zufrieden nach London.

Und wie reisen Sie das nächste Mal?