
© Boris Buchholz
Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin: Kaminfeuer wärmt Hilfesuchende im alten Rathaus Wannsee
Am Kamin im alten Rathaus Wannsee finden Anwohner nach dem Stromausfall Wärme, Licht und Strom für ihre Handys. Das THW hat dort einen „Leuchtturm“ eingerichtet.
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Ein halbes Dutzend Anwohner haben sich im alten Rathaus Wannsee ans Kaminfeuer gesetzt. Während die Flammen gemütlich flackern, laden auf der Tischtennisplatte die Handys.
„Ich habe den Kamin wieder in Betrieb genommen“, erzählt ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks. Draußen vor dem ehemaligen Rathaus an der Königstraße in Wannsee steht ein hell strahlender Lichtmast, ein Generator tuckert. Das THW betreibt hier seit dem Morgen einen sogenannten Leuchtturm.
Hier können Handys geladen werden, bei Bedarf werden Notrufe ebenso weitergegeben wie Informationen. „Der Leuchtturm wurde sehr gut angenommen“, sagt ein weiterer Ehrenamtlicher. Von Stunde zu Stunde seien mehr Menschen gekommen.
Drinnen vor dem Kamin hat unter anderem Frau Pflugmacher Platz genommen. Sie freut sich über Wärme und das Ladeangebot. Sie kritisiert jedoch, dass über den „Leuchtturm“ in den Medien zu wenig informiert werde.
Die Polizei brachte Kaffee in den Gottesdienst
„Der erste Impuls nach dem Stromausfall war es, das Radio anzuschalten“, sagt sie. Doch sei dort über das Angebot in Wannsee nicht informiert worden.
Kim und Christian Kube hatten durch die Lektüre des Tagesspiegels von dem Lade- und Wärmeort erfahren – die beiden Wannseer waren zuvor in der Innenstadt, um sich mit Strom fürs Handy und Informationen zu versorgen.
Am frühen Sonntagabend sind die beiden für das Kochen von Tee und den Knabbernachschub verantwortlich. Sie gehören zur Kirchengemeinde Wannsee. Beim Gottesdienst am Vormittag habe die Gemeinde überlegt, wie sie helfen könnte, erzählen sie.
„Mitten in den Gottesdienst in der kalten Kirche brachte uns die Polizei eine Kanne mit heißem Kaffee“, sagt Kim Kube. „Da kam die Idee auf, den Leuchtturm mit warmen Getränken und süßen und salzigen Knabbereien zu versorgen.“
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