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Industrieansiedlung. In dem Dibag-Produktions- und Logistikzentrum haben sich schon zwei Zulieferer eingemietet. Es gebe weitere Interessenten, sagt der Regionalleiter.

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Tagesspiegel Plus

Tesla lockt Zulieferer: In Märkisch-Oderland siedeln sich zwei Firmen für den Elektroautobauer an

Der US-Elektroautobauer Tesla wirkt als Turbo für die Industrieansiedlung in der Gegend um Grünheide: In Fredersdorf-Vogelsdorf sitzen jetzt zwei renommierter Zuliefer-Firmen in einer neuen Produktionshalle.

Von Steffi Bey

Tesla lockt zunehmend Zulieferbetriebe in Städte und Gemeinden nahe Grünheide. Sie setzen alle auf gute Geschäfte mit dem kalifornischen Automobilkonzern. Aus Fredersdorf-Vogelsdorf, Landkreis Märkisch-Oderland, kommt eine Erfolgsmeldung: An der Industriestraße siedelten sich jetzt zwei renommierte Zulieferer für den Elektroautobauer an: SAS Interior Modules und die Halla Corporation Berlin GmbH. Die Unternehmen haben in einem 40 000 Quadratmeter großen Hallenkomplex in einem Vogelsdorfer Gewerbegebiet bereits drei von insgesamt vier Bereichen gemietet.

Die Dibag Industriebau AG ließ dort in den vergangenen zwölf Monaten ein neues Produktions- und Logistikzentrum errichten. Derzeit steht noch ein 7700 Quadratmeter großer Bereich leer. Doch bis Ende 2021 soll auch der vermietet sein. „Ich bin mit mehreren Interessenten im Gespräch“, sagt Dibag-Regionalleiter Christoph Paczkowski.

Christoph Paczkowski, Dibag Regionalleiter

© Steffi Bey / Steffi Bey

Sowohl SAS Interior Modules als auch die Halla Corporation Berlin GmbH stellen in diesen Wochen ihre Produktionsanlagen auf. „Sobald bei Tesla die Bänder anlaufen, fangen wir auch an zu produzieren“, sagt Halla-Geschäftsführer Chul Yong Jung. In dem 9600 Quadratmeter gemieteten Bereich wurde bereits die erste Produktionsstraße getestet.

Sobald bei Tesla die Bänder anlaufen, fangen wir auch an zu produzieren.

Chul Yong Jung, Halla-Geschäftsführer

Vollautomatisch sollen dort Reifen auf Felgen montiert werden. „Vorgesehen sind erst einmal jährlich rund 1,3 Millionen Räder für das Tesla-Modell Y“, sagt der Halla-Geschäftsführer. Wenn Tesla pro Jahr mehr als 300 000 Autos produziert, dann will die Halla Corporation Berlin GmbH noch eine zweite Produktionsstraße aufbauen. „Vorbereitet ist dafür alles“, sagt der Chef.

SAS Interior Modules nutzt zwei Abschnitte mit 9200 und 7400 Quadratmetern

Das Unternehmen mit südkoreanischen Wurzeln geht davon aus, dass in seiner Halle einmal rund 20 Mitarbeitende beschäftigt sein werden. SAS Interior Modules nutzt zwei nebeneinanderliegende Abschnitte mit 9200 und 7400 Quadratmetern sowie einen 1300 Quadratmeter überdachten Be- und Entladebereich.

Der Spezialist für die Entwicklung, Montage und Logistik von Automobil-Cockpit- und Innenraummodulen zählt zu den größten Automobilzulieferern der Welt. Er wird die Gigafactory in Grünheide versorgen, sobald dort die Produktion von Elektroautos aufgenommen wird. „Wir freuen uns, dass wir SAS und Halla von unserem Komplex, der nur zehn Auto-Minuten von Tesla entfernt ist und günstig an der Autobahn und der Bundesstraße liegt, überzeugen konnten“, sagt Christoph Paczkowski.

Die Industrieansiedlung ist im Hinblick auf die Wirtschaftsentwicklung ein Turbo – und unsere Gemeinde spürt das als eine der ersten Kommunen neben Grünheide ganz konkret.

Thomas Krieger (CDU), Bürgermeister von Fredersdorf-Vogelsdorf

Ursprünglich wurde das Objekt an der Industriestraße als reines Logistikzentrum konzipiert. Auf Mieterwunsch gab es dann bauliche Veränderungen, um in den verschiedenen Bereichen Voraussetzungen für die Produktion zu schaffen. „Vor allem beim Brandschutz wurde deutlich nachgebessert“, erklärt der Dibag-Regionalleiter.

Zum Komplex gehören auch zwei dreistöckige Bürotürme, die größtenteils SAS nutzt. Weil das Unternehmen mehr Fahrzeug-Stellplätze benötigt, wird beispielsweise ein großes Becken für die Regenentwässerung unter die Erde verlegt, erzählt Christoph Paczkowski. An der Fassade der modern gestalteten Halle wachsen zudem Kletterpflanzen in die Höhe. Dafür sind extra Stahlseile angebracht worden.

Der Fredersdorf-Vogelsdorfer Bürgermeister Thomas Krieger (CDU) betont, dass das Thema „Tesla“ in der gesamten Region wegen des Wasserverbrauchs zwar kritisch diskutiert werde und sich die einheimischen Gewerbetreibenden Sorgen im Hinblick auf die Fachkräfte machten: „Aber unstrittig ist, dass die Industrieansiedlung im Hinblick auf die Wirtschaftsentwicklung ein Turbo ist – und unsere Gemeinde spürt das als eine der ersten Kommunen neben Grünheide ganz konkret.“

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