Tod von zwei Feuerwehrleuten : Nebenkläger fordern vier Jahre Haft für Lkw-Fahrer

Ein Lkw-Fahrer raste 2017 auf der A2 bei Lehnin mit seinem Sattelzug in eine Unfallstelle. Zwei Rettungskräfte starben. Der Fahrer war womöglich eingeschlafen.

Feuerwehrleute gehen in Kloster Lehnin zur Trauerfeier für die auf der A2 ums Leben gekommenen Rettungskräfte.
Feuerwehrleute gehen in Kloster Lehnin zur Trauerfeier für die auf der A2 ums Leben gekommenen Rettungskräfte.Foto: Bernd Settnik/dpa/ZB

Sie wollten helfen und verloren ihr Leben: Nach dem Tod zweier Feuerwehrmänner auf der A2 in Brandenburg haben Nebenkläger im Berufungsprozess vier Jahre Haft für den Unfallverursacher gefordert.

Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer am Montag vor dem Landgericht Potsdam eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten, die Verteidigung plädierte auf Bewährung.

Die Nebenkläger sind Verwandte der getöteten Retter sowie ein verletzter Feuerwehrmann. Der Anwalt einer Nebenklägerin betonte, dass auch eine hohe Haftstrafe die getöteten Männer nicht wieder lebendig mache.

Der Anwalt kritisierte, dass sich vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten nicht immer dem Biorhythmus der Fahrer anpassen ließen. „Gegen Müdigkeit gibt es nur ein Mittel: Schlaf“, sagte der Anwalt.

Laut Gutachten war der Lkw-Fahrer am frühen Morgen des 5. September 2017 auf der A2 bei Lehnin (Potsdam-Mittelmark) mit seinem Sattelzug und überhöhter Geschwindigkeit in eine Unfallstelle gerast und hat dadurch den Tod der beiden Retter verursacht. Der Fahrer hatte angegeben, möglicherweise am Steuer eingeschlafen zu sein.

Urteil am 1. Oktober erwartet

Im ersten Prozess vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel wurde der 58-Jährige unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt.

Laut Zeugen war die Unfallstelle taghell ausgeleuchtet. Die Müdigkeit habe sich durch Anzeichen angekündigt, die der 58-Jährige hätte ernst nehmen und anhalten müssen, sagte der Staatsanwalt.

Die Feuerwehrleute hatten eine Unfallstelle auf der A2 gesichert, als der tonnenschwere Laster ungebremst zunächst ein Polizei- und dann ein Feuerwehrauto rammte.

Das Fahrzeug kippte und begrub die beiden Männer unter sich. Das Gericht will am 1. Oktober (9.00 Uhr) ein Urteil sprechen. (dpa)

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