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Ein Apfel mit Sonnenbrand
© Daniel Bockwoldt/dpa

Verbrannte Äpfel, kleine Pflaumen: Trockenheit macht Brandenburgs Obstbauern zu schaffen

Die Erträge beim Obstanbau in Brandenburg sind insgesamt gut. Die verschiedenen Sorten vertragen die Dürre allerdings unterschiedlich.

Die Brandenburger Obstbauern kämpfen mit Dürre, starker Sonneneinstrahlung und höheren Kosten. Die Erträge seien insgesamt gut, es gebe aber wegen des Wetters mit wenig Niederschlag und Hitzeperioden Abstriche bei bestimmten Obstsorten, berichtet der Fachmann für Obstanbau beim Gartenbauverband Brandenburg, Thomas Bröcker. „Außerdem geht bei der Trockenheit ohne Beregnung nichts mehr.“ Das verursache höhere Kosten bei gleichzeitig niedrigen Marktpreisen.

Bröcker leitet einen von 17 kleinen Betrieben, die sich in der Vermarktungsgenossenschaft Markendorf Ost zusammengeschlossen haben. Insgesamt werden in Markendorf, einem Ortsteil von Frankfurt (Oder), 280 Hektar bewirtschaftet, davon die Hälfte Kernobst, die andere Hälfte Steinobst. Die Fläche in Ostbrandenburg ist zweitgrößtes Obst-Anbaugebiet im Land.

Vor allem die intensive Sonneneinstrahlung mache bestimmten rotschaligen Apfelsorten zu schaffen, berichtet der Obstbauer. Einige Sorten wie Gala seien bis zu 30 Prozent verbrannt. „Das hatten wir in der Härte auch noch nicht“, sagt Bröcker, der seit über 40 Jahren als Obstbauer in Markendorf arbeitet.

Pflaumen seien in diesem Jahr wegen der großen Trockenheit häufiger zu klein gewesen, da habe man einige Tonnen verloren, beschrieb er die Auswirkungen der Dürre.

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Kirschen waren Bröcker zufolge in nicht geringer Zahl von Ameisen befallen. „Wenn es trocken ist, suchen sich Ameisen etwas, was feucht ist und fressen das Obst an. Zum anderen wollen sie den Zucker von den Blattläusen. Trockene Jahre sind Läusejahre“, so der Fachmann.

Ein viel größeres Problem seien aber Bröcker zufolge die gestiegenen Kosten in der Energiekrise. Zudem müsse bei der Dürre auch mehr bewässert werden. Dazu komme, dass in diesem Jahr in Europa sehr viel Ware am Markt sei. „Letzlich werden wir wohl niedrige Preise bei hohen Kosten erzielen“, sagt Bröcker. (dpa)

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