Trotz Wachstums niedrigste Werte seit 1990 : Berliner CO2-Bilanz auf Tiefststand

Knapp eine Million Tonnen CO2: Die Kohlenstoffdioxidemissionen sind in Berlin im Jahr 2017 gesunken, obwohl der Energieverbrauch unverändert ist.

Blick auf das Heizkraftwerk Reuter im Berliner Ortsteil Siemensstadt. bei Sonnenuntergang.
Blick auf das Heizkraftwerk Reuter im Berliner Ortsteil Siemensstadt. bei Sonnenuntergang.Foto: imago/Frank Sorge

In Berlin sind die Kohlenstoffdioxidemissionen auf dem niedrigsten Stand seit 1990. Dies geht aus der aktuellen CO2-Bilanz des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Demnach sind die CO2-Emissionen gesunken, obwohl der Endenergieverbrauch unverändert war. Das Amt bezieht sich auf Zahlen aus dem Jahr 2017, da die Daten zwei Jahre rückwirkend bezogen werden. Die Emissionen seien um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das entspricht einer Reduktion von knapp einer Million Tonnen CO2 gegenüber dem Jahr 1990, Berlin hat damit eine Minderung um 34,6 Prozent erreicht.

Berlins Wirtschafts- und Energiesenatorin Ramona Pop (Grüne) wertete dies als Erfolg für „die vom Senat ergriffenen Maßnahmen für eine urbane Energiewende“. Trotz des starken Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums habe Berlin knapp eine Million Tonnen CO2 einsparen können, sagte sie dem Tagesspiegel.

Zu knapp einem Drittel hat laut Bilanz der Braunkohleausstieg im Mai 2017 beigetragen. „Aber auch steigende Energieeffizienz und -produktivität der Wirtschaft sowie bewusstere Verbraucherinnen und Verbraucher sind Gründe für die positive Jahresbilanz.“

Zur Erreichung der Klimaziele seien laut Pop weitere Schritte nötig: Dazu gehörten der schrittweise Ausstieg aus der Steinkohle und der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Insbesondere der Verkehr emittiere immer noch mehr CO2, statt einzusparen. „Hier ist auch die Automobilindustrie weiterhin in der Pflicht“, mahnte Pop.

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Der aktuellen Bilanz zufolge ist der CO2-Ausstoß pro Kopf im Vergleich zu den Stadtstaaten Bremen und Hamburg der niedrigste. Einsparungen gab es im Wesentlichen bei den privaten Haushalten, im Gewerbe und bei den Dienstleistungen (–7,1 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (–6,5 Prozent). Im Verkehr stiegen die Emissionen jedoch leicht (+1,7 Prozent).

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