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Umstrittene Kleiderständer : Haken dran bei KiK

Ein 15-Jähriger kritisierte am Sonnabend die hakenkreuzförmigen Kleiderständer von KiK im Berliner Ring-Center. Die Reaktion des Sicherheitsdienstes: Hausverbot.

Unpolitisch. Der Kreuzwinkelständer ist einfach nur praktisch.
Unpolitisch. Der Kreuzwinkelständer ist einfach nur praktisch.

Achtzehn Buchstaben drücken aus, was die Textilkette KiK seit Jahren gut und andere so gar nicht gut finden: Kreuzwinkelständer. Rechts um rechts um rechts stehen die Kleiderständer in Reih und Glied und grüßen hakenkreuzförmig aus den 3500 rot-weißen Filialen.

Ob im niederländischen Eindhoven, im slowenischen Ljubljana oder im Berliner Ring-Center, seit über zehn Jahren gehört die rechtwinklige Kleider-Swastika zur Grundausstattung von KiK, wie einst das Hakenkreuz zur Flagge des Deutschen Nazi-Reichs.

Immer wieder wurde die Firma KiK dafür schon kritisiert, so auch am vergangenen Sonnabend, als ein 15-Jähriger mit seinen Freunden eine KiK-Kassiererin im Berliner Ring-Center auf die Analogie aufmerksam machte.

Doch statt das ausgeprägte Demokratieverständnis des Nachwuchses zu erkennen, erkannte die Mitarbeiterin nur eine Störung des Betriebsablaufs: Denn nachdem sie die Jugendlichen anwies, sich besser zu informieren, wie ein Hakenkreuz aussehe, wurde den Jungen nach Widerspruch vom Sicherheitsdienst des Ringcenters Hausverbot erteilt - offiziell, nicht wegen des Hakenkreuzhinweises, sondern weil sich die Jugendlichen aus nicht genannten gründen nicht an die Hausordnung gehalten haben.

Die Unternehmenskommunikation von Kik verteidigt den beliebten Kreuzwinkel als platzsparend und unpolitisch. Also Haken dran?

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