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Verkehrsberuhigung in Berlin-Mitte : Friedrichstraße könnte im September zeitweise autofrei werden

Das Projekt autofreie Friedrichstraße wird verschoben. Nun könnte es an einem Wochenende im September so weit sein. Doch sicher ist noch nichts.

Die Friedrichstraße gehört bisher vor allem den Autofahrern. Das soll sich ändern - zumindest versuchsweise.
Die Friedrichstraße gehört bisher vor allem den Autofahrern. Das soll sich ändern - zumindest versuchsweise.Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Kommt die autofreie Friedrichstraße im September? So zumindest hat es Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) jetzt im "RBB" angekündigt und gegenüber dem Tagesspiegel bestätigt. Vom 6. bis zum 8. September solle der Abschnitt der Einkaufsstraße zwischen Unter den Linden und Leipziger Straße für Autos gesperrt werden.

Als zweiter Termin sei das Wochenende vom zweiten Advent im Dezember angedacht. Die Senatsverwaltung für Verkehr will die Pläne auf Nachfrage allerdings noch nicht bestätigen. Es bedürfe noch weiterer Absprachen mit dem Bezirk und den Anrainern.

Kommendes Jahr soll die Straße für mehrere Wochen gesperrt werden

Von Dassel teilte mit, dass man versuchen werde, die Sperrung auf möglichst eine Woche auszudehnen. Er sagt, die Verkehrsverwaltung bereite für das kommende Jahr einen gutachterlich begleiteten Verkehrsversuch vor, in dessen Rahmen die Friedrichstraße über mehrere Wochen gesperrt werden soll.

Die bezirkliche Wirtschaftsförderung überlege derzeit gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, wie die temporäre Schließungen für den Autoverkehr genutzt werden könnte, um kleinen Berliner Modelabels eine Präsentation ihrer Entwürfe auf großer Bühne in der Friedrichstraße zu ermöglichen.

Von Dassel glaubt, dass eine solche Veranstaltung die Sperrung der Friedrichstraße vor Gericht nicht mehr angreifbar machen würde. Er forderte die Anrainer auf, Vorschläge zu machen, wie der zusätzliche öffentliche Raum sowohl für die Allgemeinheit als auch für sie wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann. Dabei arbeite der Bezirk eng mit der Anrainervertretung Mitte e.V. zusammen.

Versuch in den Sommerferien abgeblasen

Eigentlich waren autofreie Wochenenden oder sogar Wochen auf der Friedrichstraße schon für die Sommerferien geplant. Bei einer Veranstaltung mit Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) Mitte Juni hatten sich Anrainer jedoch dagegen ausgesprochen. Die Vorlaufzeit sei zu kurz, begründeten einige ihre Ablehnung. Andere stellte sich ganz gegen eine Sperrung der Straße für Autos.

Demo im Dezember brachte Bewegung in den Senat

Die Idee für eine Fußgängerzone in der Friedrichstraße stammt von den Initiativen "Stadt für Menschen" und "Changing Cities". Mit einer zweistündigen Sperrung der Straße in Höhe Gendarmenmarkt hatten sie an einem Samstag im vergangenen Dezember für die autofreie Zone protestiert. Danach kam Bewegung in den Senat.

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"Ein Wochenende reicht aber nicht aus", sagt Stefan Lehmkühler, einer der Initiatoren. Sinnvoller wäre seiner Meinung nach ein richtiger Verkehrsversuch von zwei Wochen. Ob der kommendes Jahr tatsächlich stattfinden wird, ist abzuwarten.

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