Verwirrung in Rummelsburg : „Büroversehen“ – Schule verschickt falsche Zusagen

Doch keinen Schulplatz ergattert: Die Schule an der Victoriastadt verschickte Einladungen zum Elternabend. Viele Eltern freuten sich – für eine Woche.

Durch ein "Büroversehen der Schule an der Victoriastadt" wurden falsche Einladungen zum Elternabend verschickt.
Durch ein "Büroversehen der Schule an der Victoriastadt" wurden falsche Einladungen zum Elternabend verschickt.Foto: dpa

Die Schule an der Victoriastadt in Rummelsburg verschickte Anfang Mai Einladungen zu einem Elternabend für die Erziehungsberechtigten der neuen Schülerinnen und Schüler. „Sehr geehrte Eltern der zukünftigen 1. Klassen“, steht dort. „Nun ist es endlich so weit! Ihr Kind kommt in die Schule!“ In dem Schreiben steht auch, schwarz auf grau: „Damit ist die Aufnahme Ihres Kindes in der Schule an der Victoriastadt bestätigt.“

Viele Eltern freuten sich mächtig über diesen Brief, hatten sie doch zuvor einen Antrag zur Aufnahme in der Schule gestellt und waren in Sorge, dass ihr Kind nicht angenommen werden und stattdessen der bei einigen nicht sonderlich beliebten Hermann-Gmeiner-Schule in der Harnackstraße zugeteilt werden könnte.

Die Freude hielt jedoch nur eine Woche. Denn am 9. Mai traf ein Schreiben vom Schulamt Lichtenberg ein: Der Antrag der Eltern zur Annahme des Kindes an der Schule in der Victoriastadt wird abgelehnt. Die Einschulung des Kindes erfolgt in der Hermann-Gmeiner-Grundschule. „Die Schule wird sich mit Ihnen zwecks Informationen zur ersten Elternversammlung in Verbindung setzen.“

Das Schulamt wünsche „einen schönen Schulanfang und eine gute Schulzeit“ und erklärt: An der Schule in der Victoriastadt könnten zum Schuljahr 2019/20 in der ersten Klasse 120 Schüler aufgenommen werden. Es lägen jedoch 192 Anträge vor, 32 davon aus anderen Einschulungsbereichen. Die 120 Plätze würden lediglich mit Kindern aus dem Einschulungsbereich besetzt.

Schulamt spricht von "Büroversehen"

Die Eltern waren verwirrt, hatten sie doch zuvor eine Bestätigung der Aufnahme an der Schule in der Victoriastadt erhalten. Erst elf Tage später bekamen sie ein weiteres Schreiben vom Schulamt Lichtenberg. Der Bescheid von Anfang Mai mit der Einladung zur Elternversammlung werde zurückgenommen. Durch ein „Bearbeitungsversehen“ in der Schule in der Victoriastadt sei die Einladung zum Elternabend versandt worden. Man bedauere die Übersendung dieses Schreibens sehr.

Und noch mal ganz deutlich: „Die Bestätigung der Aufnahme Ihres Kindes in der Schule an der Victoriastadt ist rechtswidrig.“ Weiter schreibt die Sachbearbeiterin: „Ich wünsche Ihrem Kind trotz der leider eingetretenen anfänglichen Verwirrung über den tatsächlich zugewiesenen Schulplatz einen schönen Schulanfang und eine gute Schulzeit. Ich bitte darum, dieses unangenehme Versehen sowie die Ihnen daraus eventuell entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“

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Er könne sehr gut nachvollziehen, dass die Schreiben bei den Eltern für Verwirrung und Ärger gesorgt hätten, sagt der Leiter des Schulamts Lichtenberg, Mario Bade, auf Nachfrage zum Tagesspiegel. Der Schulträger habe von der fälschlichen Einladung zum Elternabend durch die Schule an der Victoriastadt zunächst nichts gewusst. Bade spricht von einem „Büroversehen der Schule an der Victoriastadt“.

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