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Vorstoß zur Verkehrswende : Berliner Grünen-Politiker fordert einen Urlaubstag mehr für Radfahrer

Radelnde Arbeitnehmer sind seltener krank. Deshalb sollten sie belohnt werden, findet Stefan Gelbhaar. Profitieren würden Arbeitgeber, Krankenkassen - und Autofahrer.

Radfahren wird immer populärer. Doch auch die Zahl der getöteten Radfahrer steigt.
Radfahren wird immer populärer. Doch auch die Zahl der getöteten Radfahrer steigt.Foto: Britta Pedersen/dpa

Ein Tag mehr Urlaub für Arbeitnehmer, die mit dem Rad fahren. Das fordert der Grüne Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar. Er stützt sich auf Studien und Statistiken, unter anderem des Umweltbundesamts, die zeigen, dass Radfahrer seltener krank sind als andere.

Berechnungen reichen von zwei Tagen bis hin zu 30 Prozent weniger Fehltagen. Deshalb sei ein Urlaubstag mehr für Radler gerecht, findet Gelbhaar.

Der Bundestagsabgeordnete hofft, dass dadurch mehr Menschen motiviert würden, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Profitieren würden seiner Meinung nach die Arbeitgeber durch weniger Krankheitstage, die Krankenkassen wegen der geringeren Krankheitskosten, und auch Menschen, die auf das Auto für den Arbeitsweg angewiesen sind. Denn mehr Radverkehr führe zu weniger Autos und damit zu weniger Stau.

Die FDP findet den Vorstoß "absurd"

Kritik kommt von der CDU, FDP und einer großen Krankenkasse: „Kein Mensch will eine Gesundheitspolizei", sagte die „Barmer“ der „Bild“. Und Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, fragt: "Wer soll das kontrollieren?" Er wirft Gelbhaar vor, sich lediglich gegenüber seinem Parteifreund Toni Hofreiter profilieren zu wollen.

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Als "absurd" bezeichnet Florian Swyter, wirtschaftspolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Gelbhaars Vorstoß. "Auch Grüne sollten zu Kenntnis nehmen, dass nicht jeder innerhalb des S-Bahnrings wohnt und Distanzen mit dem Fahrrad leicht überwinden kann", sagte er dem Tagesspiegel. Effektiver als solche Vorschläge seien zum Beispiel Programme der betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

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