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Der Bauerngarten auf dem Gelände Botanischer Volkspark Pankow-Blankenfelde an der Blankenfelder Chaussee in Berlin Pankow.

© Doris Spiekermann-Klaas

Tagesspiegel Plus

Zukunft des Botanischen Volksparks: Pankow will eigenes Konzept entwickeln

Nach der Kritik an seiner „Visionslosigkeit“ reagiert das Bezirksamt. Es kündigt Verhandlungen mit Volkspark-Akteuren und eine langfristige Planung an.

Von Christian Hönicke

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Wie geht es weiter im Botanischen Volkspark Blankenfelde im Berliner Bezirk Pankow? Nachdem die derzeitigen Akteure ihre Sorgen kundgetan haben und insbesondere eine Zukunftsperspektive vermissten, reagiert nun das Bezirksamt. Man plane, „ein neues bezirkliches Konzept für die Botanische Anlage zu entwickeln“, erklärt Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf Tagesspiegel-Nachfrage. „Dies wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.“ Aktuell würden dazu erste Abstimmungen stattfinden, unter anderem mit den bezirklichen Fachämtern und der Senatsumweltverwaltung.

Dass der Bezirk an einem eigenen Konzept arbeitet, lässt darauf schließen, dass der bisherige Betreiber Grün Berlin nicht mehr zurückkehren wird. Pankow hatte den Vertrag nicht mehr verlängert, weil die landeseigene Gesellschaft eine Verdopplung der jährlichen Zahlungen durch den Bezirk für den Botanischen Volkspark gefordert hatte.

Der Gründer des Bauerngartens im Botanischen Volkspark, Max von Grafenstein, hatte daraufhin die fehlenden Visionen des Bezirks kritisiert. Er forderte zudem ein klares Bekenntnis des Bezirks zum aktuellen Parkkonzept und den derzeitigen Akteuren. Andernfalls würden die meisten Akteure mittelfristig verschwinden.

Die Stadträtin kann die Kritik der Akteure „nicht nachvollziehen“

„Das Bezirksamt hat in den vergangenen Monaten nie einen Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Arbeit der Akteure vor Ort nicht wertgeschätzt wird beziehungsweise der Volkspark nicht geöffnet bleiben wird“, erklärte Anders-Granitzki nun als Antwort. „Die Sorge der Akteure kann ich daher nicht rational nachvollziehen, nehme sie aber dennoch ernst.“

Allerdings zeigen die Aussagen der Stadträtin auch, dass manche Befürchtungen der Akteure offenbar nicht ganz aus der Luft gegriffen sind. Sie machte mehr oder weniger unverblümt klar, dass Pankow für Blankenfelde derzeit nur wenig Ressourcen zu Verfügung hat. Laut Anders-Granitzki geht es dem Bezirk beim geplanten Konzept jedenfalls zunächst „vorrangig darum, die Botanische Anlage offen zu halten, die bestehenden Nutzungen und Akteure dauerhaft zu binden, die Finanzierung der Anlage zu sichern und die Attraktivität der Anlage für die Pankowerinnen und Pankower und alle Besucher über die Bezirksgrenze hinaus zu erhöhen“.

Eine konkrete Weiterentwicklung des beliebten Ausflugsziels ist in absehbarer Zeit dagegen kaum zu erwarten. Abseits dringend notwendiger Gebäudesanierungen werde das Konzept langfristig angelegt, so Anders-Granitzki. Es gehe dem Bezirk darum, „die Zukunft bestimmter Teilflächen festzulegen, die mit langem Atem umgesetzt wird, immer wenn gerade Geld da ist“. Dabei schloss Anders-Granitzki eine erneute Zusammenarbeit mit Grün Berlin nicht völlig aus: „Es gibt auch die Idee, Grün Berlin als Projektentwickler zu gewinnen.“

Ab dieser Woche sollen nun zumindest „mit jedem Akteur separate Gespräche geführt“ werden, so Anders-Granitzki. Dieses Vorgehen hatte von Grafenstein kritisiert und als „Zergliederung“ bezeichnet. Die Akteure verstünden sich als Gemeinschaft und wollten auch gemeinsam mit dem Bezirk verhandeln.

Die Stadträtin verteidigte die Einzelverhandlungen: Es gehe darum, Bedarfe, Leistungen und Finanzierung „zu verschriftlichen und in entsprechende Vertragsform zu bringen“. Es werde „voraussichtlich bis Ende Sommer 2022 dauern, um allen eine tragfähige schriftliche Vereinbarung anbieten zu können. Ich werde diesen Prozess persönlich begleiten.“

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