380 Mal "Sportschau" : Der was zu sagen hat: Gerhard Delling

Gerhard Delling beendete seine Moderation der Bundesliga-"Sportschau". Jetzt kommt noch das Pokalfinale - und dann ist Schluss mit der ARD

Ging mit einem Lächeln: Gerhard Delling hat die Bundesliga-"Sportschau" zum letzten Mal moderiert.
Ging mit einem Lächeln: Gerhard Delling hat die Bundesliga-"Sportschau" zum letzten Mal moderiert.Foto: WDR/Herby Sachs

Mittelstürmer Gerd Müller hat in der Bundesliga 365 Tore geschossen. Ein einsamer Rekord. Moderator Gerhard Delling hat die Bundesliga-„Sportschau“ 380 Mal präsentiert. Auch ein Fußball-Rekord, doch von anderer Qualität. Gerhard „Gerd“ Delling brauchte ungleich länger, der Journalist hat die „Sportschau“ seit 1987 moderiert – und am Samstag zum letzten Mal. Das Team hat den Vormann in der Sendung mit „Tschüss Delle“ auf jene freundlich-frotzelnde Art gewürdigt, die Dellings Moderationen über die Jahre und Jahrzehnte geprägt hat: Den Sport ernst und wichtig nehmen – aber nicht auf Leben und Tod. Ein bisschen Spass darf sein.

Am 21. April ist der gebürtige Rendsburger 60 geworden. Für ihn auch ein Datum, mit der Arbeit für die ARD aufzuhören, natürlich mit einem würdigen Finale: Am 25. Mai steigt in Berlin das Pokalfinale des FC Bayern gegen RB Leipzig – und Delling reportiert. Vielleicht sogar mit Günter Netzer, mit dem er von 1998 bis 2010 die Expertendiskussion auf ein neues Niveau gehoben hatte?

Der Günter mit dem Gerhard

„Bei Günter Netzer und mir funktionierte es, weil jeder den Wunsch hatte, dass der andere gut aussieht“, sagte Delling der „Bild“. Die Symbiose „Gerhard Netzer“ war ertragreicher, aufregender, sinnfälliger als manches Spiel, das das Duo zu analysieren hatte.

Gerhard Delling war bei Welt- und Europameisterschaften, bei Olympischen Spielen – bei welchen Sportereignissen war er eigentlich für das Erste nicht am Ort des Ereignisses? Der studierte Journalist mit dem Diplom wird nachdem Abschied vom Ersten den (Fußball-)Sport nicht (Fußball-)Sport sein lassen. Neues wolle er kennenlernen, ein Buch schreiben, vielleicht eine Fußball-App auflegen, hin und wieder ein TV-Einsatz.

Gerhard Delling hatte was zu sagen, und er wird was zu sagen haben. Und seine früher oft sehr bunten Klamotten sind längst Vergangenheit. Sport geht auch seriös, siehe GD. Joachim Huber

5 Kommentare

Neuester Kommentar