Angeblich Mailbox belauscht : Prinz Harry reicht Klage gegen „Sun“ und „Daily Mirror“ ein

Die Vorwürfe erinnern an einen der größten britischen Medienskandale: Zwei Boulevardzeitungen sollen illegal Mailbox-Nachrichten abgehört haben.

Prinz Harry und seine Frau Meghan.
Prinz Harry und seine Frau Meghan.Foto: Michele Spatari/AFP

Prinz Harry hat Klage gegen zwei britische Zeitungsverlage wegen illegalen Abhörens von Mailbox-Nachrichten eingereicht. Entsprechende Medienberichte wurden der Deutschen Presse-Agentur aus Palastkreisen bestätigt. Die Vorwürfe richten sich nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die „Sun“ gehört, und Reach plc, den Verlag der Zeitungsmarke „Mirror“. Die beklagten Zeitungen gehören zu auflagenstärksten Blättern Großbritanniens.

Die Vorwürfe erinnern an einen der größten Medienskandale in der Geschichte Großbritanniens, in dessen Zentrum 2011 die inzwischen eingestellte Boulevardzeitung „News of the World“ stand. Jahrelang hatten Journalisten Handygespräche von Verbrechensopfern und Prominenten abgehört und Polizisten bestochen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich der 35-jährige Enkel der Queen in einem emotionalen Brief an die Öffentlichkeit gewandt, in dem er eine „skrupellose Kampagne“ gegen seine Frau Meghan beklagte. Der britischen Boulevardpresse warf er vor, seine Frau ebenso zu verfolgen wie einst seine Mutter Diana, die 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi in Paris starb: "Meine größte Angst ist, dass die Geschichte sich wiederholt".

Gleichzeitig kündigten die Anwälte des Paares eine Klage gegen die „Mail on Sunday“ und die Mutterfirma Associated Newspapers an. Auslöser war ein privater Brief Meghans an ihren Vater, den das Blatt in Auszügen veröffentlicht und kommentiert hatte.

Der bekanntermaßen aggressive britische Boulevard hatte die afroamerikanische Schauspielern zunächst mit Enthusiasmus in der britischen Königsfamilie willkommen geheißen. Doch schon zu Beginn ihrer Beziehung hatte sich Harry über den "rassistischen Unterton" in einigen Zeitungskommentaren sowie über den "unverhohlenen Rassismus und Sexismus" in Online-Netzwerken beklagt.

Über die Monate wurde die Berichterstattung der Boulevardmedien immer kritischer - unter anderem nahmen sie die zerstrittene Familie der 38-Jährigen in den USA ins Visier und mokierten sich über Meghans angebliches Luxusleben. (dpa, AFP)

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