EU-Reform zum Urheberrecht : Bundesregierung verteidigt Zustimmung

"Fairer Ausgleich zwischen ganz vielfältigen Interessen": Die Bundesregierung nimmt in Sachen Reform des europäischen Urheberrechts Stellung.

Katarina Barley
Katarina BarleyFoto: dpa

Die Bundesregierung hat ihre Zustimmung zu umstrittenen Regelungen bei der Reform des europäischen Urheberrechts verteidigt. „Wir sehen in diesem Ergebnis einen fairen Ausgleich zwischen ganz vielfältigen Interessen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. „Die Bundesregierung hat dieser Richtlinie im Rat geschlossen zugestimmt“, sagte Seibert mit Blick auf die Abstimmung im Kreis der EU-Staaten am vergangenen Mittwoch.

Unter Druck steht insbesondere die federführende Justizministerin Katarina Barley (SPD), die sich öffentlich gegen eine umstrittene Regelung gewandt, dann innerhalb der Bundesregierung aber doch zugestimmt hatte. Dabei geht es um sogenannte Upload-Filter, deren verpflichtenden Einsatz der Koalitionsvertrag als „unverhältnismäßig“ ablehnt. Kritiker fürchten Zensur und bemängeln, dass Internetplattformen wie Youtube nur mithilfe von Upload-Filtern den neuen Auflagen genügen könnten. Die Filter prüfen beim Hochladen, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind.

Katarina Barley habe sich im Kabinett dafür eingesetzt, den betroffenen Artikel 13 zu entfernen, sagte eine Sprecherin ihres Ministeriums. „Aber sie ist Teil des Bundeskabinetts.“ Zudem gehe es bei der Reform längst nicht nur um den Artikel. Die Reform enthält auch Regelungen zum Datenschutz und zur Entschädigung von Künstlern. Die Sprecherin des Justizministeriums erklärte auch, die Verwendung von Upload-Filtern werde nicht explizit genannt, sie seien vielmehr nur eine Möglichkeit.

Wenn Barley im Bundeskabinett nicht zugestimmt hätte, hätte sich Deutschland im Kreis der EU-Staaten enthalten müssen – in diesem Fall wäre die nötige Mehrheit nicht zustande gekommen. Auch innerhalb von Union und SPD gibt es Kritik an den Regelungen. dpa/Tsp

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