Für Reportage über Berliner Sexualstraftäter : Tagesspiegel-Redakteurin Katja Füchsel bekommt den Theodor-Wolff-Preis

Ihre Reportage „Verdammt“ beschreibt das Leben eines Sexualstraftäters. Dafür bekommt Katja Füchsel die renommierteste Auszeichnung der Zeitungsbranche.

Katja Füchsel, ausgezeichnete Tagesspiegel-Redakteurin.
Katja Füchsel, ausgezeichnete Tagesspiegel-Redakteurin.Foto: Mike Wolff

Für ihre Reportage „Verdammt“ über einen Berliner Sexualstraftäter, der nach mehreren Haftstrafen und Sicherungsverwahrung nun unter besonderer Beobachtung in Freiheit lebt, hat Tagesspiegel-Redakteurin Katja Füchsel den Theodor-Wolff-Preis erhalten, die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat.

„Verdammt“ sei ein „starker, relevanter, tief recherchierter“ Text, so die Jury für den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis (TWP), die am Mittwoch Abend an fünf Journalistinnen und Journalisten diesen Preis vergeben hat.

In der Kategorie "Meinung überregional" erhielt ihn Julia Schaaf (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) für „Frauen: Lasst die Vollzeit! Und Männer: Ihr auch!“.

Die Würdigung in der Kategorie "Meinung lokal" geht an Hans-Georg Gottfried Dittmann (Mindener Tageblatt) für „Rückruf“. In einem der kürzesten Texte, die je für den TWP nominiert wurden, so die Jury, mache sich der Autor „als Intervention originell und auf den Punkt“ Gedanken über sein Heimatdorf und die Alten, die vereinsamt zurückbleiben, wenn die Jungen in die Stadt fortziehen.

Ausgezeichnet in der Kategorie "Reportage überregional" wurde Tina Kaiser (Welt am Sonntag) mit „Nahkampf“ über die Landtagswahl in Sachsen sowie beim Thema des Jahres „Klimawandel“ Katrin Langhans (Süddeutsche Zeitung) für „Bis zum Umfallen“. Die Autorin gehe das große Thema Klimaschutz/-wandel über die Nutztierindustrie an, die auch in Deutschland zu den größten Verursachern klimaschädlicher Gase zählt.

Preis ist mit insgesamt 30 .00 Euro dotiert

An der Ausschreibung hatten sich 401 Journalistinnen und Journalisten beteiligt. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Die Preisträger und ihre Beiträge sowie die übrigen nominierten Autorinnen und Autoren werden auf der Website www.theodor-wolff-preis.de näher vorgestellt. Erstmals in der TWP-Geschichte tagte die Jury mit Rücksicht auf die Corona-Krise per Videokonferenz; aus diesem Grund musste auch die für den Abend geplante große Festveranstaltung mit rund 300 Gästen entfallen.

Eine Preisverleihung im kleineren Kreis soll es auf Wunsch des TWP-Kuratoriums aber geben: Wenn die weitere Entwicklung des Corona-Virus es zulasse, sollen die Preise am 9. September persönlich in Berlin überreicht werden.

Mitglieder der Jury sind: Nikolaus Blome (Autor und Publizist), Wolfgang Büscher (Ressortleiter Investigation/Reportagen Die Welt/Welt am Sonntag), Stefanie Gollasch (Chefredakteurin Wolfsburger Allgemeine Zeitung, Aller-Zeitung, Peiner Allgemeine Zeitung), Christian Lindner (Autor), Lorenz Maroldt, (Chefredakteur Der Tagesspiegel), Benjamin Piel (Chefredakteur Mindener Tageblatt), Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin, Süddeutsche Zeitung), Anja Reich (Chefreporterin Berliner Zeitung) und Cordula von Wysocki (Chefredakteurin Kölnische Rundschau). Vorsitzender des Kuratoriums ist Helmut Heinen, Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis wird vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschrieben und ist mit fünf gleichrangigen Preisen à 6 000 Euro dotiert. Er erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin. (Tsp)

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