Keine Parteien-Werbung : Twitter beschließt Aus für politische Anzeigen

Rechtzeitig zum US-Präsidentschaftswahlkampf: Twitter will ab sofort, dass Politiker sich Reichweite selbst verdienen.

Anzeigen politischer Akteure sollen Twitter-Nutzer künftig nicht mehr sehen müssen.
Anzeigen politischer Akteure sollen Twitter-Nutzer künftig nicht mehr sehen müssen.Foto: REUTERS/Kacper Pempel/Files

Twitter verbannt politische Werbeanzeigen von seiner Plattform. Das teilte der Mitbegründer und Chef des Kurznachrichtendiensts, Jack Dorsey, am Mittwochabend in einer Reihe von Tweets mit. Das US-Online-Magazin „The Verge“ berichtete zuerst darüber.

„Wir haben entschieden, weltweit alle politischen Werbeanzeigen auf Twitter zu stoppen“, begann Dorsey seine Tweet-Reihe. „Wir glauben, die Reichweite politischer Botschaften sollte verdient, nicht gekauft werden.“

Dann zählt er Gründe für die Entscheidung auf: „Eine politische Botschaft verdient Reichweite, wenn Menschen sich entscheiden, einem Account zu folgen, oder ihn zu retweeten.“

Für Reichweite zu zahlen, nehme die Entscheidung weg und zwinge Menschen hochoptimierte und zielgerichtete politische Botschaften auf. „Wir glauben, diese Entscheidung sollte nicht durch Geld gefährdet werden“, so Dorsey.

Twitter-CEO Jack Dorsey macht Schluss mit politischer Werbung.
Twitter-CEO Jack Dorsey macht Schluss mit politischer Werbung.Foto: REUTERS/Mike Blake/Files

Die Entscheidung kommt in einer Phase, in der Facebook vor allem in den USA scharf dafür kritisiert wird, gegen Geld jede politische Botschaft zu zeigen, auch, wenn sie nachweislich auf Lügen basiert.

Dorsey betonte die große Bedeutung und Effektivität, die Online-Werbung für kommerzielle Anbieter habe. Für die Politik sei diese Bedeutung aber riskant, weil sie dort Abstimmungen, die Millionen Menschen betreffen, beeinflussen könnten. Der Twitter-Mitgründer nennt dies eine ganz neue Herausforderung für den gesellschaftlichen Diskurs.

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Die komplette Neuregelung will Twitter demnach Mitte November vorstellen – auch geplante Ausnahmen wie Werbung für das Wählen an sich. Der Politik-Werbebann soll ab 22. November gelten.

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