Neues ARD-Quiz : Dissen vor acht

Und wieder ein Quiz im ARD-Vorabend: "Quizzen vor acht". Zuschauer können 200 Euro gewinnen, kein Witz. Eine Glosse.

Wer in der ARD Quiz sagt, der meint Jörg Pilawa.
Wer in der ARD Quiz sagt, der meint Jörg Pilawa.Foto: dpa

Die ARD, also die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, in ihrem Wesen und Sein lässt sich ganz schwer oder ganz einfach erklären. Der steinige Weg wäre zum Beispiel eine detaillierte Analyse, wie eine Sendung ins Gemeinschaftsprogramm Das Erste kommt. Die ARD besteht ja aus neun Landesrundfunkanstalten, da wollen die vielfältige Kreativität und die vielstimmige Kommunikation ins Sendeziel gebracht sein.

Oder man macht es sich ganz einfach mit der Erklärung der ARD. Der Senderverbund ist dasjenige Rundfunksystem, dem immer und immer nur ein Quiz einfällt, wenn irgendwo eine Sendelücke droht. Was dem ZDF sein Krimi, ist der ARD ihr Quiz, so geht öffentlich-rechtliches Fernsehen!

Nur schäbige 200 Euro Gewinn

„Wissen vor acht“ legt eine Pause ein, darum heißt es vom 25. April an: „Quizzen vor acht“. Es moderiert – Achtung, Überraschung – Jörg Pilawa. In der mit fünf Minuten wohl kürzesten Quizshow der Welt soll es um ein besonderes Ereignis gehen, das am jeweiligen Datum des Sendetages stattgefunden hat. So geht „Geschichte aus einem neuen Blickwinkel“, jubiliert es in der Pressemitteilung. Per Einspieler wird das Ereignis für das Publikum umrissen, dann mit einer Frage verbunden. Wer über die ARD-Quiz-App mitspielt, also aus drei möglichen Antworten eine auswählt, qualifiziert sich für die Auslosung und kann 200 Euro gewinnen.

Wenn es um Wissen, ja Menschheitsgeschichte geht, darf von Geld eigentlich nicht die Rede sein. Aber sind 200 Euro Gewinnsumme nicht verdammt wenig? Produzent und Moderator Pilawa würde sich dafür nicht mal im Bett rumdrehen. 200 Euro, das ist weniger als der jährliche Rundfunkbeitrag von 210 Euro. „Dissen vor acht“?

Interessant wird sein, was als Ereignis des 25. April ausgewählt wird. Am 25. April 1983 zum Beispiel stellte „Stern“-Reporter Gerd Heidemann die „Hitler-Tagebücher“ vor. Uups, die waren gefälscht. Das wird der für „Quizzen vor acht“ verantwortliche NDR sicher wissen. Oder kommt die Knallerfrage doch: Wie viele Tagebücher schrieb Adolf Hitler selber? Antwort bei „Quizzen vor acht“.

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