Zu meinem ÄRGER : Rassisten sind keine Alternative

SWR-Justitiar Eicher ärgert sich über "Ekel-Plakate" beim Fußball und freut sich über ein Anti-AfD-Plakat bei der ZDF-Wahlberichterstattung

Hermann Eicher
Hermann Eicher ist Justitiar des Südwestrundfunks.
Hermann Eicher ist Justitiar des Südwestrundfunks.Foto: SWR/Kristina Schäfer

Herr Eicher, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Das Südwest-Fußballderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim wurde von „Ekel-Plakaten“ in den Fan-Blocks überschattet, wie die dpa berichtete. „Waldhof verrecke“ stand da auf der einen, „Nicht lang schnacken, Kopf abhacken“ auf der anderen Seite. Nun mag das heute zur so genannten „Fankultur“ solcher Derbys gehören. Richtig ärgerlich finde ich aber, wenn sich Vereinsverantwortliche hinter einer Einschätzung der Staatsanwaltschaft verschanzen, diese Äußerungen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt und keine Beleidigung. Natürlich ist die Meinungsfreiheit ein hohes Gut, aber da hätte Klartext geredet werden müssen: Solch indiskutable Hasstiraden lassen die Freude am Fußball glatt vergessen!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?Hassti

Ja, das war dieses helle, handbemalte Schild mit der Aufschrift „Rassisten sind keine Alternative“, das am Landtagswahlabend während des Interviews von Bettina Schausten mit AfD-Chef Alexander Gauland durch die Scheiben des gläsernen ZDF-Studios voll ins Bild geriet. Wie wunderbar, dass in dieser durch und durch digitalisierten Welt völlig unerwartet und dennoch im richtigen Moment ein Pappschild und seine Trägerin zu einem „Lichtblick“ werden konnten.

Welche App können Sie empfehlen?

Ich bin zum großen Fan der ARD-Audiothek geworden. Über die App werden die oft weiten Wege in der ARD auf einmal ganz kurz und es erschließt sich sehr übersichtlich der ganze Reichtum an Hörfunk-Inhalten, aktuell 22 (!) ganz unterschiedliche Episoden zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs.

Hermann Eicher ist Justitiar des Südwestrundfunks.