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50 Schafe stürmten Penny-Filiale: Verirrte Herde wird zum Marketing-Hit für Supermarkt
20 Minuten Chaos im Penny: 50 Schafe spazierten in ein Ladengeschäft im unterfränkischen Burgsinn und erschreckten mit ihrem Besuch Kunden und Angestellte – für die Marke wohl ein Glücksfall.
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Der Besuch von rund 50 Schafen in einem Penny-Markt im unterfränkischen Burgsinn könnte sich als Glücksfall für die Marke erweisen. In sozialen Medien hatte der Discounter mit Schaf-Content am Donnerstag bereits Zehntausende Likes eingesammelt. Auf Instagram ziert inzwischen ein Schaf das Logo des Auftritts, flankiert von „Määäh“-Wortspielen.
Die Supermarktkette Penny will zudem für ein Jahr die Patenschaft für jene Schafherde übernehmen, die sich Anfang der Woche in eine Filiale des Discounters im unterfränkischen Burgsinn verirrt hatte. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, soll die Patenschaft unter anderem die Versorgung der Tiere mit Futter umfassen.
Penny strebt dafür nun aktiv den Kontakt zu Schäfer Dieter Michler an, dessen Tiere am Montag für Aufsehen sorgten. Zugleich betonte die Handelskette, dass man dem Schäfer keinerlei Kosten für Reinigung oder mögliche Schäden in Rechnung stellen werde.
Ein tierischer Zwischenfall mit bundesweiter Aufmerksamkeit
Der ungewöhnliche Besuch ereignete sich am Montagvormittag: Rund 50 Schafe marschierten schnurstracks durch den Eingang der Penny-Filiale und hielten sich etwa 20 Minuten lang im Bereich der Kassen und Regale auf.
Nach Angaben des Unternehmens reagierten die Kundinnen und Kunden im Laden gelassen und offenbar auch amüsiert. Bilder und Videos des Zwischenfalls verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken.
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Philipp Stiehler, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Penny Südwest, erklärte später, man habe den Zwischenfall mit Humor genommen – und die Kundschaft ebenso. Der Markt wurde nach Abzug der Schafe gereinigt, weitere Folgen soll der Vorfall nicht haben.
In der „Augsburger Allgemeinen“ berichtete der Leiter der betroffenen Filiale, Jürgen Kippes, vom tierischen Besuch. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, erzählte er der Zeitung. „Ich habe gedacht, wir sind bei „Versteckte Kamera““.
Der Schaden jedenfalls sei minimal gewesen, zwar hätten die Tiere im vorderen Bereich des Ladens „eine ordentliche Sauerei“ angerichtet, seien aber dort geblieben. „Wären sie rechts zum Obst und Gemüse gelaufen – um Gottes willen – da hättest du sie gar nicht mehr rausgekriegt“, zitiert die Zeitung Kippes.
Erst ein lauter Schlag auf die Kasse half
Auch so sei es aber nicht leicht gewesen, die Schafe nach draußen zu bekommen: „Wir haben versucht, sie rauszuschieben, aber das ging nicht.“ Erst als eine Mitarbeiterin laut auf die Kasse geklatscht habe, hätten sich die Tiere erschreckt und seien durch die Schiebetür zurück auf den Parkplatz gesprungen.
Dann hätten alle Mitarbeiterinnen einen Besen in die Hand bekommen und Kippes habe mit der Reinigungsmaschine den strengen „Stallgeruch“ entfernt, heißt es in der Zeitung. Geschlossen wurde der Laden nicht. An Dreikönig habe dann noch eine externe Firma eine professionelle Grundreinigung durchgeführt. Den Schaden habe der Schäfer begleichen wollen, der Supermarkt stellte allerdings keine Forderung. Der positive Werbeeffekt könnte ohnehin deutlich größer sein.
Wie es zu dem Abstecher in den Discounter kam
Schäfer Dieter Michler hatte gegenüber der „Main-Post“ bestätigt, dass mehrere seiner Tiere ausgebüxt waren. Etwa 50 Schafe hätten beim Marsch zwischen dem örtlichen Industriegebiet und dem Fluss Sinn plötzlich angehalten, um Eicheln vom Boden zu fressen. Dabei verloren sie den Anschluss an die restliche Herde.
Michler vermutet zudem, dass mindestens ein Schaf einem Kunden mit einer großen Einkaufstasche gefolgt sein könnte – möglicherweise in der Annahme, dort Futter zu finden. Diese Mischung aus Neugier, Orientierungslosigkeit und gefüllten Taschen führte die Tiere schließlich direkt in den Supermarkt.
Als die Tiere ihren Irrtum bemerkten, verließen sie den Discounter wieder. Auf dem Parkplatz konnte Schäfer Michler seine Ausreißer schließlich wieder einfangen. (dpa/KNA/tsp)
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