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Ein Säugling liegt in einem Bett auf der Wochenstation im Universitätsklinikum.

© dpa/Arno Burgi

Babys mit Erregern infiziert?: Zwei Mitarbeiter nach Tod von neun Neugeborenen in sibirischer Geburtsklinik festgenommen

Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen sterben neun Neugeborene in einem Krankenhaus in Russland. Nun melden Ermittlungsbehörden die Festnahme von zwei Verdächtigen.

Stand:

Nach dem Tod von neun Neugeborenen in einem Krankenhaus in der sibirischen Stadt Nowokusnezk sind der Chefarzt und der stellvertretende Leiter der Säuglingsstation festgenommen worden. Sie werden der fahrlässigen Tötung von zwei oder mehr Personen infolge der unsachgemäßen Erfüllung beruflicher Pflichten verdächtigt, wie das staatliche russische Ermittlungskomitee mitteilte.

Den Angaben nach starben vom 4. bis 12. Januar neun Neugeborene wegen der Fahrlässigkeit der Verdächtigen. Es seien Opfer und Zeugen befragt worden, Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt und neun medizinische Gutachten angeordnet worden. Die Geburtsstation Nr. 1 der städtischen Klinik sei geschlossen worden, weil bei Mitarbeitern verstärkt Erreger von Atemwegskrankheiten nachgewiesen worden seien, meldete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Auf der Station seien 32 Säuglinge in Intensivbehandlung gewesen, darunter 16 Frühgeborene, viele von ihnen mit bereits im Mutterleib erworbenen Infektionen, erläuterte die Gesundheitsbehörde von Kemerowo. „Leider haben neun Kinder nicht überlebt.“

Das tragische Geschehen schlug Wellen bis in die mehr als 3000 Kilometer entfernte Hauptstadt Moskau. Dort verlangten der Gesundheitsausschuss der Staatsduma und die Vorsitzende des Föderationsrates, Walentina Matwijenko, Aufklärung.

Die Stadt Nowokusnezk im Kohle- und Industrierevier Kusbass hat eine halbe Million Einwohner. Wegen des Bergbaus leidet die Region unter einer stark verschmutzten Umwelt. (dpa)

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