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Mehrere Angeklagte einer syrischen Familie sitzen mit ihren Verteidigern und Dolmetschern im Prozess um die Entführung eines angeblichen Voodoo-Zauberers im Landgericht Leipzig.

© dpa/Jan Woitas

Familie um 15.000 Euro betrogen: Bewährungsstrafen nach Entführung von selbst ernanntem Voodoo-Zauberer

Das Landgericht Leipzig hat fünf Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt. Ihr Opfer soll ihnen eine wundersame Geldvermehrung versprochen haben.

Stand:

Rund eineinhalb Jahre nach der Entführung eines selbst ernannten Voodoo-Zauberers aus Leipzig sind am Donnerstag fünf Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Geschehen habe sich „trotz der Dramatik milder dargestellt als zunächst angeklagt“, begründete der Vorsitzende Richter am Landgericht Leipzig, Bernd Gicklhorn, die Entscheidung.

Vier Männer erhielten Freiheitsstrafen wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung von zwei Jahren, ein weiterer Angeklagter wegen Beihilfe zu sechs Monaten. Alle Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Eine syrische Familie hatte dem selbst ernannten Voodoo-Zauberer 15.000 Euro anvertraut. Dieser hatte ihnen versprochen, mithilfe einer geheimnisvollen Flüssigkeit und Beschwörungsformeln das Geld auf wundersame Weise zu vermehren. Als der Plan scheiterte und Geld sowie Magier weg waren, hatten die Familienmitglieder den Mann im Januar 2023 in einem Plattenbau in Leipzig ausfindig gemacht und entführt.

Zwei Tage später kehrten sie nach Leipzig zurück, um die Wohnung des Mannes erneut zu durchsuchen. Dabei wurden sie von der Polizei festgenommen und der angebliche Zauberer befreit. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (dpa)

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