zum Hauptinhalt
Ein Rettungshubschrauber fliegt über den Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen.
© Luca Bruno/dpa

Sucheinsatz geht weiter: Mittlerweile elf Todesopfer nach Gletscherbruch in Italien

Alle Todesopfer konnten identifiziert werden. Einige Angehörige werfen den italienischen Behörden fahrlässiges Handeln vor.

Nach dem Gletscherbruch in den italienischen Alpen ist die Zahl der Todesopfer auf elf gestiegen. Bei dem Unglück vor knapp einer Woche seien elf Menschen ums Leben gekommen und sie alle seien identifiziert worden, sagte der zuständige Polizeibeamte Giampietro Lago am Samstag vor Journalisten. Derzeit gebe es "keine Hinweise", dass weitere Menschen auf der Marmolata in den Dolomiten verschüttet worden seien.

Der Sucheinsatz ging dennoch weiter. Wie am Samstag werde auch am Sonntag der Sucheinsatz mit Drohnen fortgesetzt, teilte der Präsident der Provinz Trient, Maurizio Fugatti, mit.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Nach Rekordtemperaturen war am vergangenen Sonntag in den Dolomiten ein Teil des Marmolata-Gletschers abgebrochen, so dass eine Lawine aus Schnee, Eis und Gestein niederging und Bergwanderer mit sich riss. Dabei wurden acht Menschen verletzt, unter ihnen auch zwei Deutsche.

Einige Angehörige von Opfern haben den italienischen Behörden vorgeworfen, fahrlässig gehandelt zu haben, indem sie das Gletschergebiet nicht absperrten. Sie verwiesen auf Aussagen von Wanderern und Bergführern, die in den vergangenen Wochen angesichts der hohen Temperaturen vor den Gefahren durch den Gletscher gewarnt hätten. Die Staatsanwaltschaft in Trient hat Untersuchungen zur Unglücksursache eingeleitet.

Der Weltklimarat IPCC zählt die Gletscher- und Schneeschmelze zu den zehn schwersten Bedrohungen durch die Erderwärmung. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten die Gletscher in Skandinavien, Zentraleuropa und im Kaukasus nach Einschätzung der Experten zwischen 60 und 80 Prozent an Masse verlieren. (AFP)

Zur Startseite