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Ein Polizeiauto und mehrere Einsatzkräfte der Polizei stehen vor der Katharinenschule in Esslingen.
© Christian Johner/dpa
Update

Siebenjährige und Betreuerin schwer verletzt: Tatverdächtiger nach Messerangriff in Esslingen in U-Haft

Am Freitagmorgen griff ein Mann zwei Menschen an einer Grundschule in Esslingen an. Der Tatverdächtige ist nun in Haft, die Ermittlungen zum Motiv dauern an.

Nach dem Messerangriff an einer Grundschule in Esslingen in Baden-Württemberg ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Der 24-Jährige habe die Tat gestanden, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Samstag mit.

Die Ermittlungen zum Motiv dauerten an; ein politisch motivierter Hintergrund werde aber ausgeschlossen. Die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung des Mannes werde geprüft. Der 24-Jährige sei bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

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Bei dem Angriff waren am Freitagmorgen in Esslingen ein siebenjähriges Mädchen und eine Betreuerin schwer verletzt worden. Das Kind sei offenbar ein Zufallsopfer gewesen, "zu dem keinerlei Vorbeziehung bestand", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Nur durch das "couragierte Einschreiten der Betreuerin" habe der Angriff beendet werden können.

Die 61-Jährige und das Kind hätten sich im Rahmen der Ferienbetreuung an der geschlossenen Schule aufgehalten. Der Täter sei von einer Mitarbeiterin angesprochen worden, als er die Schule betreten habe, teilte die Polizei mit. Darauf habe er aber nicht reagiert, sondern sei ins Untergeschoss gelaufen und habe dort das Mädchen und die Betreuerin mit einem Küchenmesser angegriffen. Die 61-Jährige und das Kind wurden schwer verletzt mit Schnittwunden in ein Krankenhaus gebracht - Lebensgefahr bestand nicht.

Die Attacke soll sich im Eingangsbereich der Schule abgespielt haben. Es seien erst wenige Kinder in der Betreuung gewesen. Sie würden psychologisch betreut. „Die Frau und das Mädchen sind schwer verletzt und in einer Klinik“, sagte der Polizeisprecher. Sie schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Tatort vor einer Schule in Esslingen.
Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Tatort vor einer Schule in Esslingen.
© Bernd Weißbrod/dpa

Der mutmaßliche Täter war nach dem Angriff zunächst geflüchtet. Bei der Suche nach ihm war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Der 24-Jährige hatte in Stuttgart einen Passanten angesprochen und diesen um Alarmierung der Polizei gebeten, weil er für die Tat in Esslingen verantwortlich sei, hieß es am Freitag. Den Behörden zufolge ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Zeugen hatten den tatverdächtigen Unbekannten als etwa 30 bis 35 Jahre alten Mann beschrieben, er habe eine schwarze Jeanshose und ein schwarzes Oberteil mit weißer Aufschrift getragen. Bei der Suche rund um die Schule fanden die Beamten ein Messer, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Dabei könne es sich möglicherweise um die Tatwaffe handeln, teilte die Polizei später mit.

Der Tatort, die Katharinenschule, liegt als Ganztagsschule am Rande der Esslinger Altstadt. 1904 als Mädchenvolksschule erbaut und zwischenzeitlich im Zweiten Weltkrieg zum Lazarett umfunktioniert, dient sie seit 1950 wieder als Schule. Während der Schulzeit werden in den jeweils drei Klassen der vier Jahrgangsstufen insgesamt 280 Jungen und Mädchen betreut. (dpa, AFP)

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