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Der ungefähr 200kg schwere Schwarzwild-Keiler "Eberhofer" im oberfränkischen Wildpark.
© Nicolas Armer/dpa

Schweinetaufe im Wildpark: Wildschwein „Putin“ heißt jetzt „Eberhofer“

Ein Wildpark in Oberfranken hat sein Wildschein „Putin“ wegen Russlands Angriffskriegs offiziell umgetauft. Laut des Betreibers aus Respekt vor Geflüchteten.

In einem oberfränkischen Wildpark ist ein Wildschwein auf den Namen „Eberhofer“ getauft worden - und trägt damit ganz offiziell nicht mehr den Namen „Putin“. Der Park verkörpere ein „Wohlfühlbild“, sagte der Betreiber des Wildparks Waldhaus Mehlmeisel, Eckard Mickisch, am Dienstag. „Und das wurde durch diesen Namen geschändet.

Der russischstämmige Keiler war vor Jahren nach dem russischen Präsidenten benannt worden. Nach dem Einmarsch in die Ukraine entschieden sich die Betreiber für eine Umbenennung - laut Mickisch auch aus Respekt vor ukrainischen Geflüchteten, die freien Eintritt hätten.

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Der Name „Eberhofer“ hatte in einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen geholt und sich unter anderem gegen „Gustl“ durchgesetzt. Zuvor hatten sich eigentlich „Selenskyj“ oder „Klitschko“ als Favoriten herauskristallisiert. Die Namen kamen aber nicht in Frage: Er wolle nicht mehr politisieren, sagte Betreiber Mickisch.

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Der Vorschlag „Eberhofer“ kam demnach von den Betreibern der Unterhaltungssendung „Ringlstetter“ im Bayerischen Rundfunk. Dort war man auf die Schweine-Umbenennung aufmerksam geworden. Der Name ist eine Anspielung auf die von Rita Falk verfassten und teils verfilmten „Eberhofer-Krimis“, in denen ein Ermittler dieses Namens im Mittelpunkt steht.

Getauft mit Maggi-Wasser

Die Taufe am Dienstag habe der Kabarettist Hannes Ringlstetter übernommen. In dessen Unterhaltungssendung im Bayerischen Rundfunk war der Vorschlag „Eberhofer“ entstanden. „Getauft“ wurde der Keiler mit Maggi-haltigem Wasser - laut dem Wildpark-Betreiber mag das Schwein Geruch der Würze.

Das 200 Kilogramm schwere Tier war schon als Frischling in den oberfränkischen Park gekommen. Weil der Keiler russischstämmig sei, habe er ihn „mit einem Schmunzeln“ Putin genannt, sagte Mickisch. Mittlerweile habe sich herausgestellt, „dass keine Sau so einen Namen verdient hat“. Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine entschied er sich für die Umbenennung, vorübergehend wurde das Tier „Nobody“ gerufen.. (dpa)

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