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Eine Frau spendet Blut im DRK-Blutspendezentrum in Berlin.
© Joerg Carstensen/dpa

Weltblutspendetag: Worauf man bei einer Blutspende achten muss

Experten warnen vor einem Notstand und rufen zum Blutspenden auf. Wir haben die wichtigsten Informationen für Spender zusammengestellt.

An diesem Dienstag ist Weltblutspendetag – und die sind laut Experten dringend nötig. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor einem Versorgungsmangel und ruft nachdrücklich dazu auf, Blut spenden zu gehen. „Ein Notstand muss unter allen Umständen vermieden werden“, sagt die DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt der Tagesschau.

Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt, einen Termin zum Blutspenden zu vereinbaren. Aber wo können Sie dafür hingehen? Und wer darf sein Blut überhaupt abgeben? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Wo kann ich Blut spenden?

Blut kann in vielen Unikliniken, Krankenhäusern und beim DRK gespendet werden. Darüber hinaus gibt es kommunale und private Spendezentren. An einigen Orten gibt es sogar mobile Blutspendedienste mit wechselnden Ortszeiten.

Das DRK bietet bundesweit Blutspendetermine an. Auf der Website des Vereins können Spender:innen ihren Wohnort und einen Zeitraum eingeben und so einen Termin in ihrer Nähe vereinbaren.

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Wie läuft eine Blutspende ab?

Der Ablauf einer Blutspende kann sich je nach Anbieter leicht unterscheiden. Wer sich das Blut vom DRK abnehmen lässt, sollte laut des Vereins etwa eine Stunde Zeit einplanen. Die Blutspende selber dauert zwar nur rund zehn Minuten, vor einer Entnahme wird allerdings zunächst die Spendentauglichkeit festgestellt.

Zunächst füllen Spender:innen einen medizinischen Fragebogen aus. Ein Arzt misst anschließend ihren Blutdruck, Puls und die Körpertemperatur. Kurz vor der Blutabnahme wird beim Spender oder bei der Spenderin mit einem kleinen Piecks ein Blutstropfen entnommen. Damit wird anschließend der Hämoglobinwert – also die Konzentration des roten Blutfarbstoffes – und die Blutgruppe bestimmt.

Eine Frau spendet Blut.
Eine Frau spendet Blut.
© Waltraud Grubitzsch/dpa

Nach der Untersuchung kann die Spende noch durch einen "anonymen Selbstauschluss" von einer Verwendung ausgeschlossen werden. Sollte jemand zum Beispiel mit Familienmitgliedern oder Bekannten zur Blutspende kommen und eine Infektion nicht offen zugeben wollen, kann damit vertraulich auf das Risiko hingewiesen werden. Das Blut wird dann zwar abgenommen, die Spende aber anschließend nicht verwendet.

Anschließend werden dann etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Spender:innen können nach der Spende kurz liegen bleiben, sich was zu Essen und was zu trinken holen.

Wie oft kann ich Blut spenden?

Zwischen zwei Vollblutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Frauen dürfen innerhalb eines Jahres viermal Blutspenden, Männer sechsmal.

Muss ich meine Blutgruppe kennen?

Nein, Spender:innen müssen nicht wissen, welcher der vier Blutgruppen sie angehören. Die Blutspendedienste testen jede Spende.

Wer darf Blut spenden?

Spender:innen müssen mindestens 18 Jahre alt sein, mindestens 50 Kilogramm wiegen und gesund sein. Das erste Mal spenden darf man bis zu einem Alter von 65 Jahre. Wer davor schon Spender:in war, darf bis genau einem Tag vor dem 73. Geburtstag Blut abgeben.

Wann darf ich kein Blut spenden?

Nach einigen Eingriffen und Infektionen oder bei der Einnahme bestimmter Medikamente müssen Spender:innen abwarten, bis sie das nächste Mal Blut abgeben dürfen.

  • Nach einer Operation müssen Patient:innen zwischen einer Woche und vier Monaten warten.
  • Mit einem frischen Tattoo oder Piercing dauert es vier Monate, bis wieder Blut abgegeben werden darf.
  • Auch nach einer Impfung ist es nicht immer sofort möglich, zu spenden. Nach der Mumps-​, Masern-​ oder Röteln-​Impfung beträgt die Wartezeit zum Beispiel vier Wochen, wer sich gegen die Grippe impfen lässt, kann schon am nächsten Tag Blut spenden.
  • Nach Reisen in bestimmte Länder gibt es ein erhöhtes Risiko, sich mit Infektionskrankheiten wie Malaria und Hepatitis angesteckt zu haben. Dann ist bis zu sechs Monate keine Blutspende möglich.
  • Während einer Schwangerschaft ist Blutspenden nicht erlaubt.

Warum dürfen homosexuelle Männer nur eingeschränkt Blut spenden?

Lange durften homosexuelle Männer kein Blut spenden, seit 2021 nur, wenn sie vier Monate lang keinen Sex mit anderen Männern hatten oder in einer dauerhaften monogamen Beziehung leben. Transgeschlechtliche Menschen mit "gewissem Risikoverhalten" werden ebenfalls für vier Monate von einer Blutspende ausgeschlossen. Das Regelt die "Richtlinie Hämotherapie" der Bundesärztekammer.

Grund sei ein erhöhtes Risiko von HIV und anderen Infektionen, die über Blut übertragen werden. Zwar wird jede Spende auf Erreger untersucht, HIV-Erreger sich allerdings erst nach einer gewissen Zeit nachweisbar und können so übersehen werden.

Die deutsche Aidshilfe kritisiert den pauschalen Ausschluss von schwulen Männern, die nicht in einer festen Beziehung sind. Auch der Lesben- und Schwulenverband schreibt in einer Pressemitteilung: „Es ist verfehlt, Sexualkontakte zwischen Männern grundsätzlich als Risikoverhalten zu definieren. Gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Männern ist nicht per se riskant wie die geplante Richtlinie nach wie vor suggeriert. Maßgeblich ist, wie geschützt die Sexualkontakte im Einzelfall gestaltet werden.“

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Beide Vereine fordern das Risikoverhalten individuell zu bestimmten und nicht vom Geschlecht der Sexualpartner:innen abhängig zu machen. Das hat sich auch die Ampelregierung vorgenommen. Im Koalitionsvertrag von 2021 steht verankert: „Das Blutspendeverbot für Männer, die Sex mit Männern haben, sowie für Trans-Personen schaffen wir ab, nötigenfalls auch gesetzlich.“

Wer ist auf Blutspenden angewiesen?

„In Deutschland werden täglich 15.000 Blutspenden gebraucht, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten“, heißt es vom privaten Blutspendedienst Haema AG. Statistisch gesehen sei jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Leben auf eine Blutspende oder auf aus Blut hergestellte Medikamente angewiesen. Prozentual wird nach Angaben des DRK das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötig. Aber auch Menschen mit Herzerkrankungen, Erkrankungen im Magen- und Darmtrakt oder Sportverletzungen sind oft auf Blutspenden angewiesen.

Was sind die Vorteile für mich bei einer Blutspende?

Wer Blut spendet, tut etwas für die eigene Gesundheitsvorsorge. Die Dienste untersuchen jede Blutspende und können so Auffälligkeiten feststellen. Sollte es Befunde geben, werden die Spender:innen informiert und eventuell gebeten, sich mit ihrem Hausarzt in Verbindung zu setzen.

Bei einigen privaten und kommunalen Blutspendediensten gibt es für die Spende sogar eine finanzielle Ausgleichsentschädigung.

Wird mein Blut auf eine Corona-Infektion getestet?

Aktuell werden keine Antikörper-Tests mit den Blutspenden durchgeführt. Nach einer Corona-Infektion müssen Spender:innen je nach Schwere des Verlaufs ein bis vier Wochen lang symptomfrei sein, bis ihnen das Blut abgenommen werden kann.

Nach einer Corona-Impfung ist keine längere Wartezeit notwendig.

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