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Symbolbild: Nach der Beschädigung eines Ostsee-Kabels liegt ein beschlagnahmtes Schiff „Fitburg“ am 1. Januar 2026 im Hafen von Kirkkonummi, Finnland, vor Anker.

© Symbolbild, AFP/Roni Rekomaa

Zweiter Vorfall innerhalb einer Woche: Ursache für Schaden an Unterseekabel in der Ostsee weiterhin unklar

Nach der Beschädigung an einem Kabel in der Ostsee untersuchte Lettlands Polizei ein Schiff. Am Montag meldet die Behörde, dass das Fahrzeug als Verursacher ausgeschlossen werden kann.

Stand:

Nach einem erneuten Schaden an einem Telekommunikationskabel in der Ostsee hat die lettische Polizei ein Schiff untersucht. Das Schiff und seine Besatzung seien nicht festgesetzt worden und die Besatzung habe mit den Ermittlern kooperiert, teilte die lettische ⁠Polizei am Sonntag mit. Der Schaden sei bereits am ‌Freitag aufgetreten. Die Polizei habe das Schiff am Sonntag betreten.

Am Montagvormittag meldete die Polizeibehörde dann via X, dass die Untersuchungen auf dem Schiff beendet seien. „Im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen untersuchten Beamte der Staatspolizei sowohl das Schiff als auch den Anker, führten eine Überprüfung der technischen Ausrüstung und der Logbücher durch und befragten mehrere Personen“, heißt es in der Meldung.

Die Schiffsbesatzung habe der Polizei demnach alle für die Ermittlungen erforderlichen Informationen zur Verfügung gestellt. „Derzeit deuten die im Strafverfahren gewonnenen Erkenntnisse nicht auf eine Beteiligung des betreffenden Schiffes an der Kabelbeschädigung hin.“

Polizei Lettland vermutete zunächst Schiff als Verursacher

Nach Angaben des südlichen Nachbarlandes Litauen verläuft das Kabel von der Ortschaft Sventoji in Litauen zur Stadt Liepaja ‍in Lettland. Die Entfernung beträgt etwa 65 Kilometer.

Derzeit deuten die Erkenntnisse nicht auf eine Beteiligung des betreffenden Schiffes hin.

Polizeibehörde Lettland via X

„In der Ostsee nahe Liepaja wurde ein Schaden an einem Glasfaserkabel eines privaten Unternehmens entdeckt“, teilte Ministerpräsidentin Evika Silina auf der Plattform X mit. Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf die lettischen Kommunikationsnutzer, schrieb sie. „Ich stehe in Kontakt mit dem Krisenmanagementzentrum und den zuständigen Behörden, während die Staatspolizei eine Untersuchung eingeleitet hat und die Umstände weiter klärt“, so Silina.

Die Ursache des Vorfalls sei zunächst unklar, teilte ​das litauische Krisenmanagementzentrum mit. Nach Angaben der lettischen Polizei soll zunächst ein Schiff der mutmaßlichen Verursacher des Schadens gewesen sein. Nach eingehenden Untersuchungen an Bord des Schiffes, das gegenwärtig im Hafen von Liepaja liegt, schloss die Behörde dies später allerdings wieder aus. Die Ermittlungen dauerten demnach an. 

Zweite Kabelbeschädigung binnen einer Woche

Liepaja ist die drittgrößte Stadt Lettlands und liegt direkt an der Ostseeküste, nördlich der Grenze zu Litauen.

Aus dem Nachbarland sind den Angaben zufolge auch die ersten Informationen über die mögliche Beschädigung des Kabels eingegangen, die aber keine Auswirkungen auf lettische Verbraucher haben soll.

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Die Beschädigung des Unterseekabels ist der zweite Vorfall innerhalb einer Woche in der Ostsee. An Silvester wurde ein Datenkabel zwischen Estland und Finnland beschädigt. Unter Verdacht steht ein Schiff, das von den finnischen Behörden mit heruntergelassener Ankerkette angetroffen und festgesetzt wurde.

Die Ostseeregion ist seit Russlands Großangriff ‌auf die Ukraine im ​Jahr 2022 ​nach ⁠einer Reihe von Ausfällen von Stromkabeln, Telekommunikationsverbindungen und Gaspipelines in Alarmbereitschaft. Die Nato hat ‌ihre Präsenz mit Schiffen, Flugzeugen und Drohnen verstärkt. (Reuters, dpa, mira)

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