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Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen trifft im Al-Husseiniya Palace Forum ein (Symbolbild).

© dpa/AP/Raad Adayleh

Update

Erster Besuch Syriens seit Assad-Sturz: Von der Leyen und Costa treffen Übergangspräsidenten Al-Scharaa

Al-Scharaa hat die EU-Spitzen in Damaskus empfangen. Der Besuch fällt zusammen mit einer zeitlich begrenzten Feuerpause in den umkämpften Vierteln Aleppos. Ob sie hält, ist unklar.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa sind zu einem Besuch in Syrien eingetroffen. Präsident Ahmed al-Scharaa habe die beiden hochrangigen EU-Vertreter am Freitag in Damaskus empfangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Es ist der erste Besuch der EU-Spitzen in Syrien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024. Die Visite erfolgt kurz nach neuen tödlichen Gefechten zwischen Soldaten der islamistischen Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern.

Der Besuch von Costa und von der Leyen soll nach Angaben der EU-Kommission der Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Syrien dienen. Al-Scharaa bemüht sich um internationale Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes. Die EU ist ein wichtiger Geldgeber für Damaskus und hat die während des Bürgerkriegs verhängten Sanktionen gegen Syrien zurückgenommen. Der Frieden in dem Land ist nach Jahren des Bürgerkriegs nach wie vor zerbrechlich.

Zeitlich begrenzte Waffenrufe ausgelaufen

Nach dem Ausbruch von Kämpfen in Teilen von Aleppo Anfang der Woche verkündete al-Scharaas Regierung am Freitag eine zeitlich begrenzte Waffenruhe. Bis neun Uhr Ortszeit (sieben Uhr MEZ) sollte für die umkämpften Stadtteile Scheich Maksud, Aschrafija und Bani Seid eine Feuerpause gelten, teilte das syrische Verteidigungsministerium mit.

Members of the Syrian Civil Defence work to extinguish a fire after shelling amid renewed clashes between the Syrian army and the Syrian Democratic Forces in Aleppo, Syria, January 8, 2026. REUTERS/Karam al‑Masri     TPX IMAGES OF THE DAY
Mitglieder der syrischen Zivilverteidigung versuchen, nach einem Beschuss im Zuge erneuter Zusammenstöße zwischen der syrischen Armee und den SDF in Aleppo einen Brand zu löschen.

© REUTERS/KARAM ALMASRI

Bewaffnete Gruppen seien aufgefordert, die betroffenen Viertel zu verlassen. Den abziehenden Kämpfern sei es gestattet, „persönliche leichte Waffen“ mitzuführen. Die syrische Armee werde den Rückzug begleiten und für einen sicheren Transport in die nordöstlichen Regionen des Landes sorgen, hieß es weiter. Von kurdischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf die Ankündigung.

Am Dienstag waren in Aleppo erneut Kämpfe zwischen den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und Regierungstruppen ausgebrochen. Hintergrund ist der Streit über eine geplante Eingliederung der kurdischen Institutionen und auch der kurdischen Kämpfer in die staatliche Ordnung.

Ein Abkommen dazu wurde bisher nicht umgesetzt. Unter Beschuss stehen vor allem die kurdischen Stadtviertel Aschrafija, Scheich Maksud und Bani Seid. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Zivilisten anzugreifen. (dpa/AFP)

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