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ARCHIV - 18.10.2025, Russland, Kapustin Jar: Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates und Vorsitzender der Partei «Einiges Russland», besucht das Testgelände Kapustin Jar in der Region Astrachan um den Teststart moderner Waffen zu beobachten. Von dort soll in der vergangenen Nacht eine Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik abgefeuert worden sein. (zu dpa: «Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze») Foto: Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© dpa/EKATERINA SHTUKINA

Medwedew poltert nun auch gegen Washington: „US-Eliten sollen sich ihre langen Zungen in ihre Hintern stecken“

Russland eskaliert im Krieg gegen die Ukraine mit seiner neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik. Ex-Präsident Medwedew stellt eine Verbindung zum US-Vorgehen in Venezuela her.

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Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt. „Es gibt zu viele Gewalttätige um uns herum. Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol“, schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.

Medwedew, der einst als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung des Landes galt, hat sich seit Kriegsbeginn als Hardliner in Moskau profiliert, mit harten rhetorischen Attacken nicht nur gegen die Ukraine, sondern den gesamten Westen. So drohte er in der Vergangenheit unter anderem mit Atombombenabwürfen auf London, Paris oder Berlin sowie einer Entführung von Friedrich Merz.

Vorwürfe an das Weiße Haus

In seinem jüngsten Blogeintrag konstatierte er eine „universale Katastrophe in den internationalen Beziehungen“. Ursache ist seiner Darstellung nach aber nicht der von Kremlchef Wladimir Putin 2022 befohlene Krieg gegen die Ukraine, sondern das Verhalten der USA mit der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. Dieser werde zu einer neuen Symbolfigur wie einst Südafrikas Nelson Mandela, prophezeite Medwedew.

Der Putin-Vertraute ging in dem Zusammenhang auch US-Präsident Donald Trump an, den die russische Führung normalerweise von ihrer Kritik am Westen ausnimmt. Medwedew warf dem Chef des Weißen Hauses „militaristischen Wahn“ vor. „Nach so etwas sollten die amerikanischen Eliten – sowohl die republikanischen als auch die demokratischen – ihre langen Zungen für immer in ihre Hintern stecken und einfach die Rechtmäßigkeit der Handlungen Russlands anerkennen“, schrieb er weiter.

Scharfe Kritik übte er auch an der Kaperung des Öltankers der russischen Schattenflotte, die er als Verbrechen bezeichnete. „Und die Antwort darauf sollte keineswegs im Rahmen der Konvention des internationalen Seerechts liegen“, drohte er indirekt Vergeltung an. (dpa/jmi)

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