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18.04.2025, Russland, Moskau: Irans Außenminister Abbas Araghtschi reagiert auf einer Pressekonferenz in Moskau nach seinem Treffen mit Russlands Außenminister Lawrow. (Archivbild)

© dpa/TATYANA MAKEYEVA

Nach Drohung von Trump: Iran sieht sich auf Krieg „vorbereitet“ und zu Gesprächen „bereit“

Der Außenminister in Teheran schickt gemischte Signale in Richtung der USA. Die Proteste gegen das iranische Regime dauern unterdessen an.

Stand:

Angesichts der anhaltenden Proteste gegen die Führung im Iran und Drohungen eines militärischen Eingreifens durch die USA hat das iranische Außenministerium erklärt, auf einen „Krieg“ vorbereitet und zugleich bereit zu Gesprächen zu sein. „Die islamische Republik Iran strebt keinen Krieg an, ist aber bestens darauf vorbereitet“, sagte Außenminister Abbas Araghtschi bei einer am Montag vom staatlichen Fernsehen übertragenen Konferenz ausländischer Botschafter in Teheran.

Araghtschi fügte an: „Wir sind ebenfalls zu Verhandlungen bereit, aber diese Verhandlungen müssen fair sein, mit gleichen Rechten und auf der Grundlage gegenseitigen Respekts.

Der Iran und die USA unterhalten seit Jahrzehnten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zueinander.

Wenig später erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Baghaei, dennoch sei ein „Kommunikationskanal“ zwischen Chefdiplomat Araghtschi und „dem Sondergesandten des US-Präsidenten offen“. Der Sprecher bezog sich damit offenbar auf den US-Sondergesandten Steve Witkoff, der im vergangenen Jahr unter anderem eine Feuerpause zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen vermittelt hatte.

Über den Kanal würden „Botschaften ausgetauscht, wann immer dies erforderlich ist“, fügte der Sprecher an. Er verwies darauf, dass die USA sich bei ihrer Kommunikation mit dem Iran der sogenannten Guten Dienste der Schweiz bedienen. Die Eidgenossenschaft vermittelt zwischen Ländern, zwischen denen keine diplomatischen Beziehungen bestehen.

Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus und werden brutal niedergeschlagen.

Aktivisten zufolge wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin, einigen Quellen zufolge gibt es demnach bereits mehr als 2000 Todesopfer.

US-Präsident Donald Trump hatte Iran bereits im Sommer 2025 bombardieren lassen. Nun sieht er neue militärische Schritte als Option. „Das Militär prüft die Lage, und wir erwägen einige sehr drastische Optionen“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Air Force One. Der US-Präsident äußerte sich auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie – die Tötung von Demonstranten – überschritten habe. „Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen“, sagte er. (AFP/Tsp)

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