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TOPSHOT - In this pool photograph distributed by Russian state agency Sputnik, Russia's President Vladimir Putin (R) attends a Christmas service with military personnel and their families at a church in the Moscow Region on January 7, 2026. Orthodox Christians celebrate Christmas on January 7, in the Middle East, Russia and other Orthodox churches that use the old Julian calendar instead of the 17th-century Gregorian calendar adopted by Catholics, Protestants, Greek Orthodox and commonly used in secular life around the world. (Photo by Vyacheslav PROKOFYEV / POOL / AFP)

© AFP/Vyacheslav Prokofyev

Putin bei Weihnachtsfeier: Russlands Soldaten handeln „im Auftrag des Herrn“

Bei einem Kirchgang zum orthodoxen Weihnachtsfest vergleicht Russlands Staatschef Wladimir Putin das Agieren von Russlands Soldaten mit der Mission von Jesus Christus.

Stand:

Russlands Soldaten erfüllen im Ukraine-Krieg aus Sicht von Staatsoberhaupt Wladimir Putin angeblich eine „heilige Mission“ im Auftrag Gottes. Das sagte der Präsident in der Nacht zu Mittwoch bei einer orthodoxen Weihnachtsfeier in einer Kirche bei Moskau zu Militärangehörigen und ihren Familien.

In dem vom Kreml veröffentlichten Video wandte er sich zwei Minuten an die etwa zwei Dutzend Anwesenden und erinnerte daran, dass Jesus oft als Erlöser bezeichnet werde. Dieser sei auf die Erde gekommen, um alle Menschen zu retten. „Auch die Soldaten Russlands erfüllen immer – sozusagen im Auftrag des Herrn – diese Mission: die Verteidigung des Vaterlands, die Rettung der Heimat und ihrer Menschen“, so Putin.

In Russland habe man die eigenen Krieger zu allen Zeiten auf einer „heiligen Mission“ gesehen, fügte er hinzu. Den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erwähnte er dabei nicht direkt. Für seine Botschaft wählte der 73-Jährige eine Kirche, die nach dem Großmärtyrer Georg dem Siegreichen beannt ist.

Theologin wirft Putin Blasphemie vor

Die orthodoxe Theologin Natallia Vasilevich protestierte gegen Putins Berufung auf die Mission Jesu Christi. Sie beschuldigte den Staatschef im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Bonn der Gotteslästerung. „Die Größe Russlands und der Krieg in der Ukraine sind jetzt Putins wahre Religion“, so Vasilevich. Die russischen Soldaten haben die Ukraine angegriffen und besetzt und wollen das Land und seine Identität zerstören.

Russian servicemen, involved in the so-called 'special military operation' in Ukraine,  attend a Christmas service at the Kronstadt Naval Cathedral in Saint Petersburg on January 6, 2026. Orthodox Christians celebrate Christmas on January 7 in the Middle East, Russia and other Orthodox churches that use the old Julian calendar instead of the 17th-century Gregorian calendar adopted by Catholics, Protestants, Greek Orthodox and commonly used in secular life around the world. (Photo by Olga MALTSEVA / AFP)
Russische Soldaten bei einer orthodoxen Weihnachtsmesse in Sankt Petersburg

© AFP/OLGA MALTSEVA

Putin nutze religiöse Narrative symbolisch um seine Vision zu untermauern, obwohl sich beide Geschichten widersprächen. Die Theologin koordiniert von Bonn aus die ökumenische Initiative „Christen gegen den Krieg“, die die Entwicklung in Russland, der Ukraine und Belarus laufend dokumentiert und sich für Religionsfreiheit stark macht.

Weihnachten feiern russisch-orthodoxe Christen in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar. Putin gratuliert dabei regelmäßig den Gläubigen zu dem hohen Kirchenfest. Er nimmt allerdings nie an der großen Weihnachtsliturgie von Patriarch Kyrill I. in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau teil, die live im Fernsehen übertragen wird. Wiederholt besuchte Putin hingegen die orthodoxen Ostergottesdienste in der Kathedrale und tauschte dabei Geschenke mit dem Kirchenoberhaupt aus.

Weiterer Priester im Krieg getötet

In Russlands Krieg gegen die Ukraine wurden seit 2022 nach Angaben von „Christen gegen den Krieg“ auch Dutzende Geistliche getötet. Zuletzt sei am Montag ein ukrainisch-orthodoxer Priester in seiner Pfarrei in der Region Cherson im Südosten der Ukraine durch eine russische Drohne ums Leben gekommen. In dem seit knapp vier Jahren andauernden Krieg wurden laut der Regierung in Kiew rund 700 ukrainische Sakralbauten beschädigt oder zerstört.

Putin hatte den russischen Angriff auf die ganze Ukraine im Februar 2022 auch mit der Kirchen- und Sprachenpolitik des Kriegsgegners begründet. Per Gesetz habe Kiew die russische Sprache aus den Schulen und dem gesamten öffentlichen Leben verbannt, sagte er damals. (KNA)

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