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Soldaten während einer gemeinsamen Militäroperation Ugandas und der Demokratischen Republik Kongo gegen bewaffnete Kräfte im Gebiet Beni im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (Symbolbild).

© imago/Xinhua

Russland lockt sie in den „Fleischwolf“: Afrikaner werden offenbar auf Selbstmordmission in die Ukraine geschickt

Berichten zufolge wirbt die russische Armee Menschen aus Afrika für ihren Krieg in der Ukraine an. Allerdings wissen viele offenbar nicht, worauf sie sich einlassen.

Stand:

Russland schickt neben eigenen Bürgern offenbar auch Menschen aus dem Ausland auf die Schlachtfelder der Ukraine. Berichtet wurde in diesem Zusammenhang bereits von Chinesen und Indern, nun widmet sich der britische „Telegraph“ Fällen von Afrikanern, die nach Russland und dann in den Krieg gelockt worden sein sollen. 1400 Afrikaner sollen derzeit schätzungsweise für Russland kämpfen, Hunderte sollen bereits gestorben sein. Vielen wurde demnach eine hohe Bezahlung oder zivile Arbeit versprochen.

Aus Afrika in den Ukrainekrieg

„Es mag auf dem afrikanischen Kontinent alle möglichen Charmeoffensiven geben, aber sobald ein Afrikaner in diesen Krieg kommt, wird er nur noch zu Fleisch für den Fleischwolf“, sagte Olexander Scherba, Botschafter der Ukraine in Südafrika. Er verwies auf einen jüngst publik gewordenen Skandal: Die Tochter des südafrikanischen Ex-Präsidenten Jacob Zuma wurde beschuldigt, Männer nach Russland gelockt zu haben.

Doch es ist offenbar nicht nur Südafrika betroffen. Mehrere afrikanische Länder warnten laut „Telegraph“-Bericht vor dem Betrug. Wie die Masche genau abläuft, schildert ein Mann namens Richard Akantoran in einem vom ukrainischen Militär veröffentlichten Video. Er stammt laut Selbstauskunft aus Uganda.

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Schlachtfeld statt Supermarktarbeit

In seiner Heimat arbeitete Akantoran unter anderem als schlecht bezahlte Reinigungskraft im Supermarkt. Auf der Straße wurden ihm dann unterschiedliche, gut bezahlte Jobs in Russland angeboten: ebenfalls im Supermarkt, aber auch in einer Fabrik oder im Flughafen-Sicherheitsdienst. Doch in Russland habe man ihm und drei anderen Männern aus Uganda mitgeteilt, dass sie fortan in der Armee kämpfen müssen.

„Deswegen sind wir nicht hier“, hätten die Ugander gesagt – und als Antwort gehört, dass es keine Fluchtmöglichkeit für sie gebe. Unter vorgehaltener Waffe hätten die Männer ihre Verträge mit der russischen Armee unterschreiben müssen. Akantoran berichtet von schlechter Verpflegung und Bettwanzen in einer Stellung im Wald, bis ihm schließlich die Flucht gelang und er von ukrainischen Soldaten aufgegriffen wurde.

Botschafter: Die Männer überleben nur drei Tage lang

Ähnliche Schilderungen gibt es dem Bericht zufolge aus Sierra Leone, Kamerun, Simbabwe, Ghana und Kenia. Oft würden die Afrikaner nur ungefähr drei Tage an der Front überleben, behauptete der ukrainische Botschafter Scherba.

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Videos im Internet, über die der „Telegraph“ berichtet, erwecken dabei den Eindruck einer Misshandlung afrikanischer Soldaten durch ihre russischen Vorgesetzten. Auf einem ist ein Mann zu sehen, dem eine Mine auf die Brust gebunden wurde. Ein russischer Soldat beleidigt ihn laut „Telegraph“ rassistisch und gibt ihm den Befehl, sich an einem ukrainischen Bunker in die Luft zu sprengen.

Auch abseits der Rekrutierungen übt Russland Einfluss in Afrika aus. Das Land liefert Waffen, kauft Rohstoffe und stationierte dort Söldner der vormals als Gruppe Wagner bekannten Paramilitärs. (TMA)

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