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Sieben der acht Hochhäuser sind abgebrannt.

© AFP/DALE DE LA REY

Trauer um Opfer von Hochhausbrand: Behörden in Hongkong ignorierten Warnungen – weitere Festnahmen

Mindestens 128 Menschen sind beim Hochhausbrand in Hongkong ums Leben gekommen. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mögliche Korruption und die Verwendung unsicherer Materialien.

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In Hongkong hat eine dreitägige Trauerperiode zum Gedenken an die mindestens 128 Todesopfer des schlimmsten Brandes in der jüngeren Geschichte der Stadt begonnen. In den Morgenstunden legten Regierungschef John Lee und führende Beamte der Sonderverwaltungszone mit rund 7,5 Millionen Einwohnern eine dreiminütige Schweigeminute ein. Bis einschließlich Montag werden sämtliche Flaggen vor Regierungsgebäuden auf halbmast gehisst.

Der Brand war am Mittwochnachmittag ausgebrochen und hatte sich rasch auf sieben der acht 32-stöckigen Gebäude des Wohnkomplexes Wang Fuk Court ausgebreitet. Die Hochhäuser waren für Renovierungsarbeiten mit Bambusgerüsten und Schaumstoff-Isolierung verkleidet. Den Behörden zufolge hatten die Feuermelder in der Anlage mit mehr als 4600 Bewohnern nicht richtig funktioniert. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mögliche Korruption und die Verwendung unsicherer Materialien.

Bereits im September 2024 hatten sich Bewohner der Hochhäuser besorgt über die Brandgefahr geäußert. Einem Sprecher der zuständigen Behörde zufolge ging es dabei auch um die mögliche Entflammbarkeit der grünen Schutznetze an den Bambusgerüsten.

Das Arbeitsministerium der Stadt hatte den Anwohnern im vergangenen Jahr nach wiederholten Beschwerden jedoch mitgeteilt, das Risiko sei „relativ gering“. Dies sagte die Behörde der Nachrichtenagentur Reuters.

Menschen in Hongkong gedenken der mindestens 128 Toten.

© AFP/PHILIP FONG

Die Rettungsarbeiten in dem Viertel Tai Po waren am Freitag abgeschlossen worden. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da noch 200 Menschen vermisst werden. Die Suche nach ihnen läuft weiter.

Im Zuge des Brands sind nun acht weitere Personen festgenommen worden. Dabei handelt es sich laut der Anti-Korruptionsbehörde der Stadt um sieben Männer und eine Frau im Alter zwischen 40 und 63 Jahren.

Vier der Festgenommenen sollen für eine Beratungsfirma arbeiten, die die Renovierungsarbeiten der abgebrannten Wohnanlage überwachen sollte. Drei weitere Personen sind für ein Subunternehmen im Gerüstbau tätig. Der achte Festgenommene diente als Mittelsmann für das Projekt. 

Zuvor hatte die Hongkonger Polizei bereits am Donnerstagmorgen drei Männer wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung festgenommen – zwei Direktoren und einen technischen Berater eines Bauunternehmens. Sie sollen nicht zugelassene Materialien für die Gerüstnetze verwendet und die Fenster mit Polystyrolplatten versiegelt haben. Die leicht entflammbaren Materialien sollen bei der rasanten Ausbreitung des Feuers eine Schlüsselrolle gespielt haben. (Reuters, dpa)

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