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Staatschef Kim Jong Un lässt in Pjöngjang, Nordkorea Testflüge von Hyperschallraketen durchführen.

© dpa/Uncredited

„Unsere Nuklearstreitkräfte auf Krieg vorbereiten“: Nordkorea führt nach US-Militäreinsatz in Venezuela Raketentests durch

Kim Jong Un bestätigt indirekt einen Zusammenhang zwischen den Raketentests und dem US-Militäreinsatz in Venezuela. Die Übungen seien angesichts der „geopolitischen Krise“ notwendig geworden.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat indirekt einen Zusammenhang zwischen den jüngsten nordkoreanischen Raketentests und dem US-Militäreinsatz in Venezuela bestätigt. Am Sonntag habe Kim den Abschuss mehrerer „hochmoderner“ Hyperschallraketen beaufsichtigt, um die Streitkräfte Nordkoreas auf einen Krieg vorzubereiten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag.

Pjöngjangs Aktivitäten dienten dabei der Abschreckung und seien „notwendig, wie die jüngste geopolitische Krise und die komplizierten internationalen Ereignisse“ zeigten, sagte Kim unter Anspielung auf den US-Militäreinsatz auf Caracas in der Nacht zum Samstag.

„In letzter Zeit wurden wichtige Fortschritte dabei erzielt, unsere Nuklearstreitkräfte auf eine praktische Basis zu stellen und sie auf einen tatsächlichen Krieg vorzubereiten“, sagte Kim. In nordkoreanischen Staatsmedien verbreitete Fotos zeigten Kim, wie er in Begleitung hochrangiger Beamter eine Zigarette rauchte, während eine Rakete in den Morgenhimmel aufstieg.

Nach den Testflügen schlenderte Staatschef Kim Jong Un mit Zigarette in der Hand in Pjöngjang über eine Straße.

© AFP/STR

Nordkoreas Machthaber präzisierte zwar nicht, auf welche „geopolitische Krise“ genau er sich bezog, doch einige Analysten vermuteten einen Zusammenhang mit den US-Angriffen auf Venezuela. So schrieb etwa der Nordkorea-Experte Hong Min vom Korea-Institut für Nationale Wiedervereinigung in Seoul am Montag, dass die jüngsten Raketentests als eine Reaktion auf die US-Angriffe auf Venezuela verstanden werden könnten.

„Sie befürchten wahrscheinlich, dass die USA, wenn sie sich dazu entschließen, jederzeit einen Präzisionsangriff starten könnten, der das Überleben des Regimes gefährden würde“, sagte der Experte laut der Nachrichtenagentur Reuters. Vermutlich habe Pjöngjang signalisieren wollen, „dass ein Angriff auf Nordkorea nicht so einfach wäre wie ein Angriff auf Venezuela“, fügte er hinzu. 

Nordkorea gilt als Venezuelas Verbündeter

Bei dem US-Militärangriff auf Nordkoreas Verbündeten Venezuela war am Samstag dessen linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht worden – ein langjähriges Alptraumszenario für die Führung in Pjöngjang, die Washington lange Zeit vorwarf, ihre Entmachtung anzustreben.

Am Sonntag hatten die Verteidigungsministerien in Japan und Südkorea die Sichtung „mehrerer Geschosse, mutmaßlich ballistischer Raketen“ über dem Meer gemeldet, die in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden seien. Zwei Raketen hätten eine Höhe von 50 Kilometern erreicht und seien 900 beziehungsweise 950 Kilometer weit geflogen.

Das Manöver erfolgte wenige Stunden vor der Abreise des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zu einem Staatsbesuch in China. Direkt im Anschluss an die Raketentests veröffentlichte Nordkorea am Sonntag eine Erklärung, in der die US-Angriffe auf Venezuela als Verletzung der Souveränität des Landes verurteilt wurden.

Zuletzt hatte Pjöngjang im November einen Raketentest vorgenommen, nachdem US-Präsident Donald Trump Südkoreas Plan für den Bau eines Atom-U-Bootes gebilligt hatte.

Nordkorea verstärkte jüngst Raketentests

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren seine Tests von Raketen und Marschflugkörpern deutlich verstärkt. Analysten zufolge zielt Pjöngjang mit seinen Raketentests darauf ab, seine Präzisionsfähigkeiten zu verbessern, die USA und Südkorea herauszufordern – und Waffen zu testen, bevor diese an den Verbündeten Russland geliefert werden.

In den kommenden Wochen wird in Pjöngjang zudem erstmals seit fünf Jahren ein wichtiger Kongress der Regierungspartei abgehalten. Dabei werden Wirtschaftspolitik sowie Verteidigungs- und Militärplanung hoch oben auf der Tagesordnung stehen. Vor dem Kongress ordnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die „Ausweitung“ und Modernisierung der nationalen Raketenproduktion und den Bau weiterer Fabriken an, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. (AFP, Reuters, mira)

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