
© AFP/PASCAL POCHARD-CASABIANCA
Politische Gewalt auf der Ferieninsel: Unabhängigkeitskämpfer in Korsika am Grab seiner Mutter hingerichtet
Auf der Beerdigung seiner Mutter wurde der charismatische Ex-Nationalistenführer Alain Orsoni von einem Scharfschützen erschossen. Organisierte Kriminalität und Unabhängigkeitskampf überlagern sich.
Stand:
Der Priester auf dem kleinen Friedhof von Vero im Süden Korsikas hatte gerade seine Trauerrede beendet, da fiel ein einziger Schuss: In der Brust getroffen, brach Alain Orsoni am Grab seiner Mutter zusammen. Der 71-jährige Ex-Nationalistenführer war sofort tot.
Es war eine Hinrichtung, der Schütze muss laut Polizei mindestens 300 Meter entfernt gewesen sein. Dieser Mord ist selbst auf der französischen Mittelmeerinsel, die immer wieder von Bandengewalt und nationalistischen Kämpfen geplagt ist, ein spektakulärer Vorgang.

© AFP/PASCAL POCHARD-CASABIANCA
Orsoni war eine lokale Größe, seit er die korsische Nationalistenbewegung mitgegründet hatte und später Präsident des Fußballclubs AC Ajaccio gewesen war. Doch er lebte seit vielen Jahren im Ausland, zumeist in Nicaragua, wo er wohl Glücksspielbetriebe betrieb.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true