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Jesus Linares (r.) entfernt ein Gemälde des Unabhängigkeitshelden Simón Bolívar in seinem Haus, das seiner Aussage nach während der US-Militäroperationen zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro getroffen wurde.

© dpa/MATIAS DELACROIX

Tagesspiegel Plus

Wie eine Venezolanerin den US-Angriff erlebte : „Eine gute Stunde lang wackelte der Boden“

Sissi De Flaviis will ihre Großeltern in Caracas besuchen, dann fliegen Raketen auf ihre Heimatstadt. Im Interview erzählt die Journalistin von ambivalenten Gefühlen – und wagt eine Prognose.

Stand:

Frau De Flaviis, Sie befinden sich in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Am Morgen des 3. Januar haben Sie auf Ihrem Twitter-Account Bilder von Explosionen geteilt, gefilmt aus dem Fenster Ihres Hauses. Was haben Sie gesehen?

Ich war bei meinen Großeltern zu Hause, es war spät, wir haben uns noch unterhalten. Um 1:57 Uhr hörten wir plötzlich ein unglaublich lautes Dröhnen. Mein Großvater meinte, das wäre ein Lastwagen, der an unserem Haus vorbeifährt. Ich habe ihm gesagt: „Nein, Opa, das ist ein Flugzeug.“ Und habe laut gedacht: „Das sind die Amerikaner.“

Rauch steigt aus Fort Tiuna, einer der wichtigsten Militärgarnisonen in Caracas, auf. Die USA haben nach Angaben des US-Präsidenten Trump Ziele in Venezuela angegriffen.

© dpa/MATIAS DELACROIX

Ich bin sofort zum Fenster, habe die Vorhänge aufgezogen – und sah die erste Rakete in ein Gebäude fliegen. Es folgte eine Explosion, Flammen stiegen auf. Die Fenster und das gesamte Haus vibrierten. Wir waren völlig sprachlos.

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