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Geschichte im Blick. Alberto Herskovits (r) und Laurence McFalls, die beiden Initiatoren von „Open Memory Box“.

© Rainer Jensen/dpa

Das Projekt „Open Memory Box“ will Stereotype über die DDR abbauen. Dafür sammelte man Videos von Familien. Sie sind nun im Netz zugänglich.

Ein internationales Team hat private Videoaufnahmen von Dutzenden DDR-Familien online zugänglich gemacht. In dem Onlinearchiv „Open Memory Box“ sind seit Montag insgesamt 415 Stunden DDR-Alltag zu sehen. Darunter sind etwa Kindergeburtstage und Beerdigungen, aber auch Filmsequenzen, die Demonstrationen oder die Republikflucht zeigen. 149 DDR-Familien drehten die privaten Aufnahmen zwischen 1947 und 1990.

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„Unsere Absicht ist es, festgefahrene Stereotypen - sowohl schönfärberische als auch schwarzmalerische - bei der Bewertung der DDR-Vergangenheit mit einer anderen Sichtweise aufzubrechen“, sagte der schwedische Filmemacher und Initiator des Projekts, Alberto Herskovits, am Montag.

Durch „Open Memory Box“ habe man das Privileg, im Nachhinein in das Privatleben der Menschen hineinzuschauen. Die Aufnahmen seien nie für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen und zeigten, dass das Leben in der DDR weiterging - wenn auch mit Einschränkungen, sagte Herskovits.

Gemeinsam mit dem kanadischen Politikwissenschaftler Laurence McFalls initiierte Herskovits das Archivprojekt 2013. Nach einem deutschlandweiten Aufruf im Jahr 2014 erhielt das 30-köpfige Team insgesamt 2283 Schmalfilmrollen. „Zehn Tage nach dem Aufruf in den Medien hatten wir bereits 400 Stunden Filmmaterial, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte McFalls.

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