• Alternative zum Tacheles: Klaus Lederer plant in Schöneberg neue Räume für Berliner Künstler

Alternative zum Tacheles : Klaus Lederer plant in Schöneberg neue Räume für Berliner Künstler

Der Kultursenator will zwei Industriehallen in der Belziger Straße für die Kulturszene umbauen. Momentan dienen sie als Depots für abgeschleppte PKWs.

Ein Ort für die freie Szene? Noch werden die Hallen in der Belziger Straße von der Polizei genutzt, um abgeschleppte PKW zu lagern.
Ein Ort für die freie Szene? Noch werden die Hallen in der Belziger Straße von der Polizei genutzt, um abgeschleppte PKW zu...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Lage ist nicht ganz so hip wie die des einstigen Kulturzentrums Tacheles. Doch nachdem sich die Pläne zerschlagen haben, in der Kaufhausruine an der Oranienburger Straße nach der Sanierung wieder Ateliers für Künstler zu schaffen, gerät nun die Belziger Straße 52 - 58 in Schöneberg in den Blick.

Dort befindet sich ein ehemaliges Straßenbahndepot, das derzeit noch von der Polizei genutzt wird, um abgeschleppte PKWs abzustellen, bis ihre Besitzer sie auslösen. Darum dürfte die Adresse vielen Berlinern bekannt sein.

Im Laufe der nächsten beiden Jahre wird die Polizei zwei der drei historischen Hallen freimachen. Und Kultursenator Klaus Lederer will die Liegenschaft gerne für die hauptstädtische Kulturszene kapern.

Natürlich interessieren sich auch private Bauträger für das Gelände in unmittelbarere Nähe zum Rathaus Schöneberg, aber das Grundstück befindet sich im SILB, also im „Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin”.

Das wiederum wird von der BIM verwaltet, dem „Berliner Immobilienmanagement”. Dort läuft gerade die „Konzeptphase für die landeseigene Nutzung”, wie es in einem Bericht der Kulturverwaltung heißt, der auf Antrag des Abgeordnetenhauses erstellt wurde.

Eine Kostenprognose fehlt bisher

Nach ersten planerischen Überlegungen könnten in den Hallen in der Belziger Straße sowohl 12 Ateliers für Bildende Künstler mit jeweils 60 Quadratmetern untergebracht werden als auch sechs Probebühnen mit jeweils 300 Quadratmetern. Letztere würden den Berliner Theaterhäusern offenstehen, also vor allem den kleineren und mittleren Off-Bühnen.

Eine Kostenprognose liegt derzeit nach Angaben des Kultursenators noch nicht vor, denn die „abschließend Klärung über die künftige Nutzung des Areals” steht noch aus. Bei der nächsten Sitzung des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus am Montag, den 16. September aber wird das Projekt sicher zu Sprache kommen. Dann findet anlässlich der 2. Lesung des Kulturetatentwurfs für 2020/21 eine Generalaussprache der Parteien statt.

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