Berlinale 2020 : Die Generation-Filme im Überblick

Starke Mädchen, starke Jungs und andere Paradiesvögel: die Kinder- und Jugendreihen „Generation Kplus“ und „Generation 14plus“.

Kirsten Taylor
Yeah, wieder Berlinale-Filme gucken: 70.000 Kinder kommen jährlich zu "Generation". Szene aus dem Kplus-Film "H for Happiness".
Yeah, wieder Berlinale-Filme gucken: 70.000 Kinder kommen jährlich zu "Generation". Szene aus dem Kplus-Film "H for Happiness".Foto: David Dare Parker/Berlinale

Starken Mädchen und Jungen begegnet man in der Reihe Generation Kplus, dem Programm für die Fünf- bis 13-Jährigen. Sie entdecken wie die kleine Zhana in dem dokumentarischen „Ochite mi sini, rokljata sharena“ neugierig ihre Welt und stellen mit zunehmendem Alter fest, dass das Leben viele Fragen und Herausforderungen bereithält.

Das zeigt schon der Eröffnungsfilm „H is for Happiness“. Die 12-jährige, etwas verschrobene Candice will unbedingt alle glücklich machen, vor allem aber ihre Mutter, die seit einer Tragödie tieftraurig ist.

Perro, Titelheld des gleichnamigen Dokumentarfilms, und die Brüder Max und Leo im Drama Los Lobos müssen sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Und das Leben von Billie und Nico in Sweet Thing gerät jedes Mal aus dem Lot, wenn ihr Vater trinkt. Sie wollen trotzdem ihren Traum von Kindheit leben.

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Resilienz durch die 13 Wettbewerbsfilme der Kplus-Reihe. Daneben geht es auch um alterstypische Fragen: Wer bin ich? Was will ich machen?

So wie Amy in Paris, die in „Maïmouna Doucourés Mignonnes“ zwischen ihrer senegalesischen Großfamilie und einer rebellischen Mädchenclique hin- und hergerissen ist. Oder Sune, der eine schwere Entscheidung treffen muss, im schwedischen Beitrag „Sune – Best Man“.

Das Recht auf Selbstbestimmung

Das Kino als Spiegel der Wirklichkeit: Die 14 Langfilme des Jugendprogramms Generation 14plus greifen erneut auf, was derzeit gesellschaftlich diskutiert wird. Es geht um Gender, um einen neu empfundenen Generationenkonflikt, um das Recht auf Selbstbestimmung.

Im Zentrum stehen junge Leute, die ihr Ding machen wollen, wie etwa die Skater*innen in „Meu nome é Bagdá“ oder Jeanne in dem ungewöhnlichen Liebesfilm „Jumbo“. Passend dazu der in Berlin-Kreuzberg angesiedelte Eröffnungsfilm Kokon von Leonie Krippendorff („Looping) über Nora und einen Sommer voller Veränderungen.

Erfolg? Aber hallo. Anne Celestino Mota als Youtuberin im 14PLlus-Film "Alice Júnior".
Erfolg? Aber hallo. Anne Celestino Mota als Youtuberin im 14PLlus-Film "Alice Júnior".Foto: Renato Ogata & Gil Baroni/Berlinale

Nicht alle Heranwachsenden haben dabei einen so tollen Vater wie die transidente Teenagerin in „Alice Júnior“. Oft genug sind sie auf sich allein gestellt. Yousef, Chloe und Lorenzo etwa, von denen „Paradise Drifters“ erzählt, müssen ihre Probleme ohne Hilfe der Erwachsenen lösen.

Spannend auch die dokumentarischen Formen in diesem Jahr: Was eine Familie dem Krieg in der Ukraine entgegensetzt, zeigt „The Earth is Blue As an Orange“, und „White Riot“ würdigt die Aktivist*innen, die in den 1970ern in Großbritannien mit Musik gegen die National Front mobil machten.
In diesem Jahr finden die Vorstellungen der Reihe „Generation“ übrigens nicht im Haus der Kulturen der Welt statt, dort wird renoviert. Spielstätten sind Urania sowie das Cinemaxx am Potsdamer Platz und das Cubix am Alexanderplatz.
Mehr zur 70. Berlinale finden Sie auf www.tagesspiegel.de/berlinale

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