Cranach-Gemälde : Von Nazis geraubte Bilder bleiben in US- Museum

Gerichtsurteil: Zwei von den Nazis geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren sollen im Norton Simon Museum in Kalifornien bleiben.

Bilder von Adam und Eva des Renaissance-Maler Lucas Cranach d. Ä. um 1508/10 im Düsseldorfer Museum Kunstpalast.
Bilder von Adam und Eva des Renaissance-Maler Lucas Cranach d. Ä. um 1508/10 im Düsseldorfer Museum Kunstpalast.Foto: Federico Gambarini/dpa/picture-alliance

Zwei von den Nazis geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) sollen nach einem Gerichtsentscheid in einem kalifornischen Museum bleiben. Gemäß der am Montag veröffentlichten Entscheidung eines US-Berufungsgerichts ist das Norton Simon Museum in Pasadena der rechtmäßige Besitzer des zweiteiligen Altarbilds mit einer lebensgroßen Darstellung von Adam und Eva.

Das Gremium bestätigte damit ein früheres Urteil eines US-Bezirksgerichts von 2016. Es verwies zudem auf eine frühere Rechtssprechung in den Niederlanden. Für Marei von Saher, Erbin des jüdischen Kunstsammlers Jacques Goudstikker, endet der langjährige Rechtsstreit damit mit einer Niederlage.

Das Museum zeigte sich erfreut über das Urteil

Laut den Gerichtsakten hatte der NS-Reichsmarschall Hermann Göring die Familie des auf der Flucht verstorbenen Kunsthändlers Jacques Goudstikker aus Amsterdam 1940 zum Verkauf dieser und anderer Bilder gezwungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Alliierten die Raubkunst an die Niederlande zurückgegeben. Die Familie Goudstikker habe damals entschieden, die Werke nicht zurückzufordern. Die Niederlande verkauften sie in den 1960er Jahren an die russische Familie Stroganoff, 1971 erwarb das Museum in Kalifornien die auf heute 24 Millionen Dollar geschätzten Gemälde.

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Das Museum zeigte sich erfreut über das Gerichtsurteil. Damit sollte diese Angelegenheit endlich beigelegt sein, zitierte der „San Francisco Chronicle“ aus einer Mitteilung des Museums. Die Cranach-Werke sollten weiter für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. (dpa)

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