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Rechts vom Eingang des Flughafen Tempelhof: Das Zentrale Fundbüro von Berlin

© Thilo Rückeis TSP

Ein schneller Besuch im Zentralen Fundbüro: Freundliches, aus der Zeit gefallenes Berlin

Das zentrale Fundbüro ist ein leicht versteckt liegender Unort am Flughafen Tempelhof, der für ein paar Glücksminuten zum schönsten Ort der Welt werden kann.

Gerrit Bartels
Eine Glosse von Gerrit Bartels

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Es hat allein etwas Erhebendes, wenn man weiß, dass das, was verloren ging, tatsächlich im Fundbüro angelandet und also wieder da ist, erst recht, wenn es sich um ein Portemonnaie mit lauter Ausweis- und Bankkarten handelt. Noch erhebender wird das Ganze bei der Anfahrt zum Zentralen Fundbüro der Stadt, zum einstigen Flughafen Tempelhof. Der Platz vor der einstigen Abfertigungshalle ist ein beeindruckend weitläufiger, so mitten in der Stadt, da lässt sich trotz der NS-Architektur schwer gegen wehren, dazu das Platz-der-Luftbrücke-Denkmal davor.

Das Wort Büro ist ein Euphemismus

Weniger beeindruckend allerdings ist der Gang rechts unter den Kolonnaden entang zum Eingang des Zentralen Fundbüros, und innen drinnen hat man das Gefühl, hier sei die Zeit doch schwer stehen geblieben, vielleicht erdrückt unter der Last der Fundstücke. Alles wirkt arg in die Jahre und heruntergekommen, siebziger Jahre revisited. Das Wort Büro ein Euphemismus hierfür: ein Amt, amtig, zugig, ein paar Sitzschalen, dunstige Kachelästhetik, an den drei Schaltern Glasscheiben, die die Fundbüromitarbeiter von den Fundsuchenden schützen.

Ein Unort, historisches Ambiente drumherum hin oder her. Aber wen schert es: Mit dem verlorenen Gut in der Hand wird das Zentrale Fundbüro zum schönsten Ort der Welt, zumindest für ein paar Glücksminuten.

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