"Forum Deutsche Sprache" : In Mannheim soll ein Museum für deutsche Sprache entstehen

Bauherrin ist die Klaus-Tschira-Stiftung, die dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache das Gebäude und die erste Dauerausstellung stiftet.

Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache.
Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache.Foto: dpa/Uwe Anspach

In Mannheim soll in ein paar Jahren mit dem „Forum Deutsche Sprache“ ein einzigartiges Zentrum für Vermittlung, Dokumentation und Erforschung der deutschen Sprache entstehen. „Es wird der zentrale Ort sein, an dem die (deutsche) Sprache ausgestellt, diskutiert, erlebt, gesammelt, durchschaut und verstanden wird“, beschreibt das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim das Konzept.

Bauherrin des Forums ist die Klaus-Tschira-Stiftung; sie wird dem von Land Baden-Württemberg und Bund getragenen Leibniz-Institut das Gebäude inklusive der ersten Dauerausstellung schenken. Zuvor soll es einen zweistufigen Architekturwettbewerb geben. Über die Höhe der Gesamtkosten schweigt sich die Heidelberger Stiftung aus.

Laut Stiftungsgeschäftsführer Carsten Könneker wird der Masterplan im Herbst vorliegen; der Spatenstich wird voraussichtlich 2023 erfolgen. Die Eröffnung ist für 2027 geplant.

Der Hauptausschuss des Mannheimer Gemeinderats ist diese Woche erstmals über das Engagement der Stiftung informiert worden. Das Forum soll am Neckarufer der „Hauptstadt der deutschen Sprache“, wie Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) es formuliert, auf einem städtischen Grundstück entstehen.rnen we

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Im Unterschied zu den meisten anderen Museen werden die Besucher den Ausstellungsgegenstand - ihre eigene Sprache - dorthin mitbringen, erläutert IDS-Chef Henning Lobin die Grundidee. Das Publikum soll auf diese Weise Teil der linguistischen Forschung werden. Zum Beispiel über „Sprachspenden“ - etwa Dialektaufnahmen - der Besucher als Grundlage für Forschungsprojekte über den gegenwärtigen Sprachgebrauch.

In der Dauerausstellung sollen Spracherfahrungen verschiedener Generationen beleuchtet werden, vom Säugling bis zur Seniorin. Linguistikforscher beobachten ständig, wie auch die deutsche Sprache einem unentwegten Wandel und der Diskussion unterworfen ist, zuletzt etwa mit der Debatte über sprachliches Gendern und latente oder offene Rassismen.
Institutschef Lobin beziffert die Zahl der Menschen mit Deutsch als Muttersprache auf 100 Millionen, vornehmlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut Goethe-Institut und anderen Sprachvermittlern lernen weltweit immer mehr Menschen Deutsch. (dpa/Tsp)

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